Swissair:Ex-Verwaltungsrat soll zahlen
Frühere Verwaltungsräte der Swissair sollen gemäss einem Vorschlag der Schutzvereinigung der Swissair-Aktionäre 500 Mio. Franken in die Kasse der Fluggesellschaft zahlen. Mit diesem "freiwilligen Schadenersatz" könnten langwierige Prozesse vermieden werden.
Hans-Jacob Heitz, Präsident der Schutzvereinigung, ist überzeugt, dass die Sonderprüfung eine Basis für künftige Verantwortlichkeits-Klagen legen wird. Die Sonderprüfung untersucht die Tätigkeit des früheren Verwaltungsrats und des Managements der Swissair Group, nachdem die Aktionäre dem ehemaligen SAirGroup-Verwaltungsrat die Decharge verweigerten.
Um langwierige und teure Prozesse zu verhindern, mache er nun einen Vorschlag zur Güte, bestätigt Heitz einen entsprechenden Bericht der Wirtschaftszeitung «Cash». Danach sollen mehrere frühere Verwaltungsräte und das frühere Management für das entstandene finanzielle Desaster des Flugkonzerns freiwillig insgesamt 500 Mio. Franken zu Gunsten des Unternehmens zahlen.
Die Summe entspricht dem Betrag, welche die Swissair im zweiten Halbjahr 2001 mit dem Programm «Change» einsparen will. Anderseits kommt sie den 800 Mio. Franken nahe, mit denen sich die Swissair aus den Beteiligungen in Belgien (Sabena) und Frankreich (AOM/Air Liberté) lösen kann.
Vorschlag wird Generalversammlung vorgelegt
Der Vorschlag wird an der ausserordentlichen Swissair-Generalversammlung vom 9. November offiziell vorgebracht werden, so Heitz.
Konkret richtet er seine Forderung an den ehemaligen Firmenchef Philippe Bruggisser, sowie an die langjährigen Verwaltungsräte Eric Honegger, Thomas Schmidheiny, Vreni Spoerry, Bénédict Hentsch, Andres Leuenberger und Lukas Mühlemann.
Mit den Betroffenen hat Heitz bisher noch keinen Kontakt aufgenommen. Er zeigt sich jedoch überzeugt, dass diese zusammen mit den Versicherungen gut für die Summe aufkommen könnten. In diesem Fall könnten auch die Aktionäre Hand zur Entlastung bieten, um damit das Buch der Geschichte definitiv zu schliessen.
swissinfo und Agenturen
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