Swissair: Tiefrote Zahlen und Stellenabbau
Die Swissair Group ist auch im ersten Halbjahr 2001 in den roten Zahlen geblieben und will in nächster Zeit rund 1'250 Stellen abbauen. Im ersten Halbjahr resultierte ein Reinverlust von 234 Mio. Franken, verglichen mit einem Gewinn von drei Mio. Franken in der entsprechenden Vorjahresperiode.
Wie die finanziell angeschlagene Schweizer Luftverkehrsholding am Donnerstag (30.08.) mitteilte, sind im Verlust weitere Rückstellungen für die Beteiligung an der deutschen LTU von 251 Mio. Franken enthalten. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um acht Prozent auf rund 8,1 Mrd. Franken. Die Swissair Group befinde sich auf dem Weg der Erholung, doch müsse das Tempo der Restrukturierung beschleunigt werden, kündigte das Unternehmen an.
Stellenabbau
Bis Ende Jahr sollen deshalb fünf Prozent der Stellen im Management gestrichen werden, erklärte Konzern-Chef Mario Corti. Hinzu kommt ein rascher Stellenabbau von rund 1’000 Beschäftigten im Zusammenhang mit Änderungen im Streckennetz und bei den Flotten von Swissair und Crossair, wie es heisst.
Der fünfprozentige Stellenabbau im Management betrifft nach Auskunft eines Sprechers rund 250 Personen. Insgesamt ist somit ein Abbau von rund 1’250 Stellen geplant.
Die Personalverbände der Swissair Group haben den geplanten Stellenabbau mit Bedauern, Enttäuschung und Empörung aufgenommen. Sie wollen sich gegen Entlassungen wehren.
Die finanzielle Sanierung umfasst sodann Massnahmen zur Reduktion der Schulden innerhalb der kommenden 18 Monate im Umfang von drei Mrd. Franken. Dies soll unter anderem mit dem Verkauf einer Mehrheit an der Bodenabfertigungs-Tochter Swissport sowie mit dem Verkauf einer Mehrheit oder der gesamten Tochtergesellschaft Nuance erfolgen, die im Airline-Shopping tätig ist.
Über den Verkauf von Swissport führt die Swissair Group bereits exklusive Verkaufs-Verhandlungen mit der britischen Investment-Gesellschaft Candover. Die Swissair habe am Donnerstag mit Candover Partners, einer führenden europäischen Private-Equity-Gesellschaft, ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, teilte der Flugkonzern mit.
Schuldenberg von 15 Mrd. Franken
Gleichzeitig hat die Swissair Group die Angaben zur Verschuldung der Luftverkehrs-Holding revidiert. Wie Finanzchefin Jacqualyn Fouse mitteilte, beliefen sich die Nettoschulden in der Bilanz per Ende Juni auf 10,4 Mrd. Franken.
Im Juli hatte die Swissair Group die Nettoverschuldung zur Jahresmitte noch auf 7,8 Mrd. Franken beziffert. Hinzu kommt nach den Worten von Fouse eine Verschuldung von 4,6 Mrd. Franken ausserhalb der Bilanz, womit der Schuldenberg zur Jahresmitte insgesamt 15 Mrd. Franken betrug.
swissinfo und Agenturen
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