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Swisscom: Betriebsergebnis im ersten Semester eingebrochen

Swisscom musste vor allem bei der Festnetztelefonie Ertragseinbussen hinnehmen. Keystone

Der Schweizer Telekommunikations-Konzern Swisscom hat im ersten Halbjahr den Preiszerfall in der Festnetztelefonie zu spüren bekommen. Das Betriebsergebnis des Konzerns ging um ein Drittel auf 1,116 Mrd. Franken zurück.

Wegen des Verkaufs des Cablecom-Anteils verdoppelte sich dagegen der Reingewinn auf 2,4 Mrd. Franken, wie die Ex-Monopolistin am Dienstag (29.08.) bekannt gab. Der Umsatz kletterte als Folge des Einbezugs der deutschen Tochter debitel um 33,4 Prozent auf 6,9 Mrd. Franken.

Tiefere Preise schmälern Ertrag

Um nicht noch mehr Kunden an Wettbewerber zu verlieren, hatte die Swisscom auf Anfang März die Preise in der Festnetztelefoniemassiv gesenkt. Dies hinterliess deutliche Spuren in der Rechnung: Der Nettoumsatz des Bereiches Public Com fiel im Vergleich zum Vorjahr um 21,1 Prozent auf 2,21 Mrd. Franken.

Das Betriebsergebnis dieser Sparte brach gar um mehr als die Hälfte auf 403 Mio. Franken ein (Vorjahr: 909 Mio. Franken). Die EBIT-Marge rutschte von 32,4 Prozent auf 18,2 Prozent ab.

Der Umsatzrückgang ist laut Swisscom vor allem auf den Telefonverkehr im nationalen Fernbereich und auf den internationalen Verkehr zurückzuführen. Das Volumen im nationalen Fernbereich habe im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal um 10 Prozent und im grenzüberschreitenden Fernbereich um 4 Prozent nachgegeben. Dagegen habe die Internetnutzung stark zugenommen.

Handy-Boom (fast) ungebrochen

Auch der Mobilfunkbereich Mobile Com ist im ersten Halbjahr gewachsen. Der Nettoumsatz stieg vor allem wegen höheren Roamingumsätzen und dem Mehrverkauf von Handys um 20,9 Prozent auf 1,64 Mrd. Franken.

In den ersten sechs Monaten konnte die Swisscom netto 424’000 Mobil-Neukunden gewinnen. Mit 2,72 Mio. Handybenützern per Ende Juni hat die Swisscom nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 68 Prozent.

Allerdings telefonieren die neuen Kunden weniger als die alten: Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Klient ging gegenüber dem Vorjahr von 87 Franken auf 72 Franken zurück. Dagegen verdreifachte sich die Zahl der Kurznachrichten via Handy, SMS (Short Message System), auf 244 Mio.

Das Betriebsergebnis von Mobile Com stieg lediglich moderat um 1,4 Prozent auf 662 Mio. Franken. Denn wegen der gewachsenen Kundenzahl und des grösseren Verkehrsvolumens nahm der Betriebsaufwand von Mobile Com im Vergleich zum Vorjahr um 38,9 Prozent auf 978 Mio. Franken zu. Die EBIT-Marge sank von 48,1 Prozent auf 40,4 Prozent.

Mit Konkurrenten verdient

Auch der Bereich Wholesale und Carrier Services, der die Benützung der Swisscom-Netze durch andere Telekomanbieter umfasst, legte markant zu: Der Nettoumsatz schoss um 73,6 Prozent auf 1,163 Mrd. Franken in die Höhe, während das Betriebsergebnis um 19,2 Prozent auf 236 Mio. Franken stieg.

Schlechter ging es dagegen dem Bereich Business Com, der Mietleitungs- und Datenübertragungsdienste, Unternehmenskommunikation sowie Kommunikationsausrüstungen umfasst. Der Nettoumsatz gab um 2 Prozent auf 736 Mio. Franken nach. Die Sparte fuhr einen Betriebsverlust von 3 Mio. Franken ein (Vorjahr: plus 15 Mio. Franken).

Keine rosigen Aussichten

Die Aussichten für das Gesamtjahr 2000 sind laut Swisscom verhalten: Der anhaltende Margendruck und der erfahrungsgemäss höhere Betriebsaufwand im zweiten Halbjahr werde ein «deutlich tieferes» Betriebsergebnis zur Folge haben.

Dank Verkäufen von direkten und indirekten Beteiligungen, dieSwisscom an Cablecom (plus 1,335 Mrd. Franken) und D Plus (plus 196 Mio. Franken) gehalten hatte, werde der Reingewinn aber stabil bleiben. Der Umsatz sollte wegen der erstmaligen Konsolidierung von debitel markant zulegen.

swissinfo und Agenturen

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