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Swisscom scheffelt

Die Swisscom verfügt über viele liquide Mittel - was mit der "Kriegskasse" gemacht wird, ist noch offen. Keystone Archive

Swisscom hat den Reingewinn im ersten Halbjahr 2001 mehr als verdoppelt. Er schnellte im Vergleich zum Vorjahr von 2,42 auf 5,36 Mrd. Franken in die Höhe. Der Halbjahres-Umsatz betrug 7,2 Mrd. Franken.

Wie das Unternehmen am Donnerstag (23.08.) mitteilte, beruhe die Zunahme vor allem auf dem Verkauf von 25% der Swisscom Mobile an den britischen Vodafone-Konzern und dem Verkauf von Immobilien. Die Verkäufe trugen Gewinne von fast 3,9 Mrd., beziehungsweise 524 Mio. Franken, ein und sollen sich deutlich auf den Jahresgewinn auswirken.

Anhaltender Natel-Boom – 1,2 Milliarden SMS

Das Natel-Geschäft der Swisscom boomt weiter. Im ersten Halbjahr wurden 259’000 neue Handy-Kunden angeworben, die Kundenzahl stieg auf 3,43 Mio. Der Anteil der Prepaid-Kunden lag mit 40% um 2,3 Prozentpunkte höher. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde sank seit Ende 2000 von 89 auf 83 Franken. Im ersten Semester wurden rund 1,2 Mrd. Nachrichten mit dem Short Message System (SMS) versandt, 390 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Festnetzverkehr verlor Swisscom gemäss Mitteilung weitere Marktanteile. Der Nettoumsatz sank um 1,8% auf über 1,5 Mrd. Franken. Im Telefonverkehr wurde ein Rückgang um fast 10% auf 552 Mio. Franken verzeichnet. Hingegen legten die so genannten Mehrwertdienste um 34,8% auf 151 Mio. Franken zu, vor allem wegen des wachsenden Internetverkehrs.

Das ISDN-Wachstum brachte bei den Anschlüssen eine Zunahme von 3,5% auf 559 Mio. Franken. Beim Verkehrsvolumen sank der nationale Telefonverkehr um 7,8%, der internationale Telefonverkehr wuchs um 2,4%.

Bei den weiteren Konzernbereichen steigerte der Internet-Provider Bluewin den Umsatz um 17,2% auf 68 Mio. Franken und die Zahl aktiver Access-Kunden um 16,9% auf rund 625.000. Bluewin hält laut Swisscom 45% Marktanteil.

Swisscom überkapitalisiert

Die Swisscom sei überkapitalisiert und schwanke bei der Suche nach Wegen zum Liquiditätsabbau zwischen Akquisitionen und Kapitalrückzahlung. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Aktionärsbrief von VR-Präsident Markus Rauh und Konzernchef Jens Alder hervor. Nach dem vollständigen Abbau der Nettoverschuldung von 2,9 Mrd. Franken seit Anfang Jahr verfügte die Swisscom am vergangenen 30. Juni über flüssige Mittel von netto knapp über 1 Mrd. Franken und damit erstmals über einen Liquiditätsüberschuss. Zum Abbau der Überkapitalisierung würden laufend mögliche Akquisitionen geprüft, doch habe das erste Halbjahr 2001 in dieser Hinsicht ein ernüchterndes Resultat gebracht, schreiben Rauh und Alder den Aktionären.

swissinfo und Agenturen

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