Task Force wird hart kritisiert
Alpen-Initiative und Tessiner Regierung kritisieren die Vorschläge der Task Force Lastwagen-Transit. Für das Tessin sind die Vorschläge schlicht "lachhaft". Die Basler Polizei hat unterdessen auf eigene Faust "nett aber politisch falsch"gehandelt und das Nachtfahrverbot missachtet.
Statt die Bahn zu fördern, beschleunige die Task Force ein Strassenbau-Projekt, das erst noch die Bahn konkurrenziere, moniert die Alpen-Initiative in einer Mitteilung vom Mittwoch (23.05.). Werde die Strasse Mendrisio-Stabio-Gaggiolo zur Nationalstrasse, entstehe dem Bahnprojekt Lugano-Varese direkte Konkurrenz.
Nur beschränktes LKW-Fahrverbot nützt
Vor einer Einschränkung des Lastwagen-Verkehrs schrecke die Task Force indessen zurück «wie der Teufel vor dem Weihwasser». Mit der Ablehnung kurzfristiger Massnahmen für Auffahrt und Pfingsten verschliesse sie die Augen vor den Realitäten. Nur ein zeitlich und örtlich beschränktes LKW-Fahrverbot auf der Gotthardachse mit Ausnahmen für Versorgungsfahrten könne Staus und Verkehrschaos verhindern.
lachhaft
Der Tessiner Bau- und Umweltdirketor Marco Borradori bezeichnete den Vorschlag der Task Force, die Strasse Mendriso-Stabio-Gaggiolo auszubauen und zur Nationalstrasse zu machen, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda als «lachhaft». Ein solches Vorhaben würde Jahre dauern. Damit könne man den Lastwagenstau kurz- und mittelfristig nicht eindämmen.
Zoll eine dreiviertel Stunde länger offen
Auf eigene Faust gehandelt haben am Dienstagabend die Basler Behörden: Weil sich bei der Ausreise nach Deutschland vor dem Autobahnzollamt Basel/Weil am Rhein die Lastwagen lange stauten, wurden sie bis 22.45 Uhr abgefertigt. Damit wurde gegen das Nachtfahrverbot verstossen, was politisch sehr heikel sei.
Zur längeren Abfertigung des Schwerverkehrs habe man sich in Basel selbst entschieden und die Oberzolldirektion im Nachhinein orientiert. Diese habe den Einsatz der Basler als «nett», jedoch politisch nicht opportun beurteilt.
swissinfo und Agenturen
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