Transporte gefährlicher Güter sollen sicherer werden
Gefahrengut-Transporte sollen sicherer werden. Das BUWAL setzt auf den 1. August Richtlinien in Kraft. Diese erlauben die Beurteilung der Risiken nach einheitlichen Kriterien. Auf 135 Kilometer Bahnstrecke gilt heute das Risiko als untragbar hoch.
Die Schweiz sei bisher von katastrophalen Unfällen beim Transport gefährlicher Stoffe wie Chlor, Ammoniak oder Benzin. verschont geblieben, sagte André Schrade, stellvertretender Generalsekretär des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), am Mittwoch (18.07.) in Bern.
Auf 135 km Bahnstrecke untragbar hohes Risiko
Die neuen Richtlinien gelten für bestehende und für neue Verkehrswege. Sie finden Anwendung bei den Eisenbahnen, den Durchgangs-Strassen sowie auf dem Rhein. Die zuständigen Behörden müssen die Risiken anhand der Richtlinien beurteilen und wenn nötig Massnahmen zur Reduktion dieser Risiken anordnen.
Die Richtlinien teilen die Risiken in 3 Klassen ein: Untragbar (Klasse 1), problematisch (Klasse 2) und tragbar (Klasse 3). Eine Studie des Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) zeigt, dass von den Richtlinien in erster Linie Transporte mit den Bahnen betroffen sind.
Bei rund 4 Prozent der Bahnstrecken oder etwa 135 km ist das Unfallrisiko bei Gefahrengut-Transporten untragbar hoch, wie BUWAL-Direktor Philippe Roch vor den Medien darlegte. Etwa ein Drittel des Bahnnetzes könnte problematische Risiken aufweisen.
Keine Verlagerung auf die Strasse
Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des BUWAL, der Bundesämter für Verkehr und Strassen, der SBB und der Schweizerischen Gesellschaft für Chemische Industrie soll bis Ende Jahr Massnahmen evaluieren, um die Risiken bei den Eisenbahnen unter die kritische Schwelle zu senken.
Das UVEK will zudem verhindern, dass sich der Transport gefährlicher Güter massiv von der Bahn auf die Strasse verlagert. Da sich die Risiken dadurch noch erhöhen würden.
swissinfo und Agenturen
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