Warenprüfkonzern SGS auf Rekordkurs
Die Genfer Société Générale de Surveillance (SGS) hat ihren Umsatz im 1. Halbjahr 2007 auf über 2 Mrd. Franken gesteigert. Damit ist der Konzern auf dem besten Weg, seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen.
Auch beim Gewinn hat der weltgrösste Prüf- und Inspektionskonzern zugelegt. Trotzdem zeigte sich die Börse enttäuscht. Der SGS-Titel gaben am Morgen deutlich nach.
Das organische Wachstum des Genfer Warenprüfkonzerns SGS belief sich in konstanten Währungen, also das eigene Wachstum ohne Übernahmen, auf 11,5%.
Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 234 Mio. Franken, nach 200 Mio. Franken in der Vorjahresperiode. Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg auf 324 (Vorjahresperiode: 281) Mio. Franken.
Alle Geschäftseinheiten im Plus
Das Wachstum sei in einem befriedigenden Wirtschaftsumfeld bei allen zehn Geschäftseinheiten erzielt worden. Dabei hätten alle geographischen Regionen ein vergleichbares Wachstum erzielt.
Die anhaltende Nachfrage nach Rohstoffen, das hohe Volumen des Welthandels, früher getätigte Investitionen und die geographische Expansion seien die Gründe für das Umsatzwachstum.
Besonders die grössten Sparten haben zum Wachstum beigetragen: Öl, Gas und Chemie legte um 16% auf 434,1 Mio. Franken zu.
Mineral Services stieg um 15,2% auf 259,6 Mio. Franken und Industrial Services um 24,2% auf 298,4 Mio. Franken.
Die Sparte Consumer Testing Services steigerte den Umsatz um 12,3% auf 311,4 Mio. Franken.
Aktie an der Börse unter Druck
Der Konzern sei auf gutem Weg, um die für 2008 gesetzten Ziele zu erreichen, hiess es weiter. Angepeilt wird ein Umsatz von mindestens 5 Mrd. Franken und eine Betriebsmarge von 17%.
Im ersten Halbjahr 2007 betrug die Betriebsmarge 15,5 (15,2)%. Das wurde von Analysten als enttäuschend angesehen. An der Börse tauchten die Aktien der SGS deshalb. Am Vormittag verloren die Titel 1,9% auf 1482 Franken. Zeitweise lag der Wert bei 1475 Franken.
Enttäuschend sei auch, dass die Firmenverantwortlichen nicht näher auf mögliche Firmenübernahmen eingegangen seien.
Analysten bezeichnen das organische Wachstum der ersten sechs Monate allerdings als solide.
Die Zahlen von SGS sind mit Spannung erwartet worden. SGS ist der erste SMI-Konzern, der die Halbjahresergebnisse publiziert hat.
Aktie nicht mehr im SMI-Index
Ab September allerdings wird die SGS aus dem Kreis der SMI-Titel ausscheiden, da die Anzahl der Titel beschränkt wird.
CEO Chris Kirk gab zu, dass ihm diese Restrukturierung des SMI-Korbes (Swiss Market Index) zuerst negativ aufgestossen sei.
Doch mit etwas Distanz, so Kirk, sei diese Restrukturierung problemlos. Die SGS-Aktie fände ja Eingang in den Swiss Leader Index (SLI). Laut SGS-Sprecher Jean-Luc de Buman dürfte der SLI auf längere Frist den SMI ersetzen.
swissinfo und Agenturen
2006 hat die SGS einen Gewinn von 443 Mio. Fr. erwirtschaftet – das entspricht einem Wachstum von 19,4% gegenüber dem Vorjahr.
Der Umsatz belief sich 2006 auf 3,8 Mrd. Fr., 15,5% mehr als im Vorjahr.
Die Zahlen des ersten Halbjahres 2007:
Umsatz: 2,089 Mrd. Fr. (+ 13,2%)
EBITDA (Bruttogewinn): 418 Mio. Fr. (+15,2%)
Betriebsgewinn: 324 Mio. Fr.
Gewinnmarge: 15,5%
SGS ist das weltgrösste Unternehmen für Warenprüfungen und Inspektionen. Der Konzern beschäftigt 49’000 Mitarbeitende.
SGS verfügt über ein weltweites Netz von tausend Büros und Labors in mehr als 130 Ländern.
Das Unternehmen war 1878 in Rouen gegründet worden, um den Weizentransport zu überwachen.
1919 trug sich die Firma unter der Bezeichnung «Société Générale de Surveillance» in Genf ein.
Seit 1985 ist der SMI-Titel an der Schweizer Börse (SWX) kotiert.
Ab Herbst 2007 wird die Aktie jedoch nicht mehr im SMI-Index der grössten Schweizer Werte aufgeführt.
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