Weitere zwei Milliarden für die Zwillingstürme
Sieben Versicherungsgesellschaften, darunter Swiss Re, bezahlen zusammen weitere zwei Milliarden Dollar Entschädigungen für den Wiederaufbau des World Trade Centers in New York.
Die Vereinbarung beendet einen fast sechs Jahre dauernden Rechtsstreit und macht den Weg frei für die am 11. September 2001 zerstörten Türme.
Die Versicherungsgesellschaften einigten sich mit den Klägern aussergerichtlich auf die Zahlung von zwei Mrd. Dollar. 2,55 Mrd. wurden bereits vorher überwiesen.
Damit erhält der Mieter der Türme statt den geforderten 7 nun insgesamt 4,55 Mrd. Dollar.
Fast sechs Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei nun der Weg für eine Neubebauung frei, erklärte Gouverneur Eliot Spitzer.
Der Immobilieninvestor Larry Silverstein, der die Zwillingstürme nur wenige Wochen vor ihrer Zerstörung gemietet hatte, erhielt zunächst eine Versicherungszahlung von 3,5 Mrd. Dollar zugesprochen.
Schon kurz nach den Anschlägen hatte Silverstein von den Versicherungen jedoch 7 Mrd. Dollar gefordert, also zweimal 3,5 Milliarden.
Bei den beiden Flugzeugen, die in die zwei Türme krachten, habe es sich um zwei Attacken gehandelt. Deshalb stehe ihm die doppelte Versicherungssumme zu, argumentierte der 75-jährige Unternehmer.
Swiss Re: zufrieden
Die Versicherer warfen Silverstein vor, das World Trade Center bewusst unterversichert zu haben und nun von der Katastrophe profitieren zu wollen. 2004 gaben die Gerichte den Versicherern weitgehend recht.
«Der Vergleich löst den Disput fair und abschliessend für uns», sagte der CEO der Swiss Re Amerika, Pierre Ozendo, vor den Medien in New York.
Die Versicherung sei stolz darauf, dass ihr Anteil an der Vergleichsumme für die Finanzierung der Wiedergeburt des südlichen Teils Manhattans verwendet werde.
Allianz-Mitarbeiter Andreas Shell sprach von einem der schwierigsten Versicherungsfälle der Geschichte und fügte hinzu: «Wir freuen uns, das alles jetzt hinter uns zu lassen.»
Wiederaufbau bis 2012
Silverstein und die Port Authority wollen auf Ground Zero insgesamt fünf Bürotürme bauen, darunter den 540 Meter hohen Freedom Tower.
Zu den beteiligten Versicherungsgesellschaften gehören unter anderen die Swiss Reinsurance, die Allianz Global Risks U.S. Insurance und die Zurich American Insurance.
Silverstein dankte Gouverneur Spitzer für seine Vermittlung und sagte, der Wiederaufbau werde nun nicht mehr an den Finanzen scheitern. Der Wiederaufbau soll bis ins Jahr 2012 dauern.
swissinfo und Agenturen
Kurz nach den Terroranschlägen, welche mehr als 2700 Opfer forderten, kam auch die Frage der Entschädigungen für die zerstörten Türme aufs Tapet.
Bei den beiden Flugzeugen, die in die zwei Türme krachten, habe es sich um zwei Attacken gehandelt. Deshalb stehe ihm die doppelte Versicherungssumme zu, argumentierte der Pächter der Türme Larry Silverstein.
Im Jahr 2004 entschied ein Gericht in New York, es handle sich versicherungstechnisch um einen Schadenfall.
Swiss Re musste gemäss diesem Urteil 875 Millionen Dollar bezahlen. Das Urteil wurde im Herbst 2006 bestätigt.
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