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Wird UMTS-Auktion zur Farce?

Wenn wenig für die Lizenzen bezahlt wird, kann mehr in die Technik investiert werden. Keystone

Mit Spannung wird die Schweizer UMTS-Auktion erwartet, die am Montag (13.11.) beginnen soll. Denn die Ausgangslage hat sich in den letzten Tagen vollkommen verändert. Von den ursprünglich neun Interessenten sind einzig noch fünf Bieter übriggeblieben.

Die Auktion droht zur Farce zu werden. Der Schweizer Telekom-Markt scheint nicht so interessant zu sein, wie man beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) angenommen hat. Wenige Tage vor Beginn der Auktion haben sich grosse ausländische, aber auch ein schweizerisches Unternehmen überraschend zurückgezogen. Nach dem Schweizer Kabelnetzbetreiber Cablecom warfen auch die Deutsche Telekom, die norwegische Telenor und Hutchison aus Hongkong das Handtuch.

Der Rückzug sei ärgerlich, obwohl es nie das erklärte Ziel gewesen sei, das grosse Geld zu machen, meinte BAKOM-Direktor Marc Furrer. Der Telekom-Markt sei aber ein Markt in Bewegung, da sei immer etwas Überraschendes möglich. Die Auktion werde auf jeden Fall durchgeführt, versichert Marc Furrer gegenüber swissinfo. Falls noch ein weiterer Bewerber aus dem Rennen falle, würden die vier UMTS-Lizenzen zum Mindestpreis von je 50. Mio. Franken vergeben.

Volkswirtschaftlich sogar positiv

Laut BAKOM-Direktor Furrer wäre es für die Staatskasse nicht optimal, wenn anstelle der erhofften 2 bis 3 Mrd. Franken bloss 200 Mio. eingenommen würde; volkswirtschaftlich wäre dies jedoch nicht unangenehm. Die Unternehmen könnten in einem solchen Falle nämlich das «gesparte» Geld in Technologie, Inhalt und Angebot der UMTS investieren.

Gewerkschaften protestieren

Der Christlichnationale Gewerkschaftsbund der Schweiz (CNG) und die Gewerkschaft transfair verlangen nach dem Ausscheiden weiterer Bieter die Verschiebung der Auktion. Sie fordern den Bundesrat auf, die «Regeln des Spiels» neu zu definieren.

Nach dem Ausscheiden von weiteren Bietern bestehe nun die Gefahr, dass lediglich der Minimalpreis von je 50 Mio. Franken erzielt werde. Dieser Betrag sei «lächerlich» angesichts eines zuvor prognostizierten Erlöses von 6 und 8 Mrd. Franken. Zudem entspreche diese Summe nicht den Erwartungen der Bevölkerung, hiess es.

Noch fünf Bieter

An der Auktion werden sich voraussichtlich noch die Schweizer Bewerber Swisscom, Orange, diAx und Sunrise sowie die spanische Telefonica beteiligen. Die Aufsicht über die Auktion hat der Bundesrat der Eidgenössische Kommunikationskommission übertragen. Diese wiederum beauftragte das BAKOM die Auktion durchzuführen.

swissinfo und Agenturen

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