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Zuviel Promille – zu wenig Kontrolle

Präventionskurs über den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Fahrfähigkeit. Keystone

Über zwei Drittel der Bevölkerung sind dafür, die Alkohol-Limite von 0,8 auf 0,5 Promille zu senken und die Alkoholkontrollen im Strassenverkehr zu verstärken. Ein Fünftel der Lenkerinnen und Lenker gibt zu, manchmal mit zu viel Alkohol im Blut am Steuer zu sitzen.

Dies sind Ergebnisse, die das Bundesamt für Statistik (BFS) nach einer Umfrage zur Strassen-Delinquenz am Freitag (17.08.) veröffentlicht hat. Am Telefon befragt wurden 6’000 Personen, darunter 4’800, die im Jahr 2000 ein Motorfahrzeug gelenkt haben.

Kampf dem Blaufahren

22% der befragten Lenkerinnen und Lenker hatten den Eindruck, letztes Jahr mindestens einmal mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut unterwegs gewesen zu sein. Gleichzeitig teilt eine Mehrheit der Bevölkerung die Absicht von Bundesrat und Parlament, den Kampf gegen das Blaufahren zu verstärken.

52% sind für häufigere Alkoholkontrollen. 62% begrüssen den Beschluss der Räte, dass die Polizei Atemtests auch ohne Anzeichen von Trunkenheit anordnen kann. 68% plädieren für die im Parlament umstrittene Senkung des Grenzwerts auf 0,5 Promille. Bei den Lenkern allein sind es knapp 65%.

Viele fahren zu schnell

Weit verbreitet ist das Tempobolzen. 52% der Lenkerinnen und Lenker gestanden, innerorts gelegentlich zu schnell zu fahren. Ausserorts halten sich nach eigenen Angaben sogar 77%, auf Autobahnen 79% nicht immer an die Geschwindigkeits-Limite. Nur 33% der Bevölkerung wünschen aber vermehrte Tempokontrollen.

Letztes Jahr wurden in der Schweiz rund 60’000 Fahrausweise entzogen, über 26’000 wegen Geschwindigkeits-Überschreitung und gegen 17’000 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand. Das BFS schätzt, dass 31% der Männer und 6% der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben wegen eines Verkehrsdelikts verurteilt werden. Beim Blaufahren sind es 18 bzw. 3%.

Im Jahr 2000 verzeichnete die Polizei knapp über 75’000 Verkehrsunfälle, bei denen rund 600 Menschen das Leben verloren und über 30’000 verletzt wurden. Je schwerer die Unfallfolgen, desto grösser ist laut BFS die Wahrscheinlichkeit, dass Alkohol am Steuer oder eine Geschwindigkeits-Überschreitung im Spiel war.

swissinfo und Agenturen

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