300’000 Personen für die Vielfalt der Heilmittel
In der Schweiz soll die Heilmittel-Vielfalt auch nach dem Inkrafttreten des neuen Heilmittel-Gesetzes erhalten bleiben. Das fordert das Aktions-Komitee pro Volksmedizin (ApV) in einer Petition, die am Dienstag (12.06.) in Bern eingereicht wurde.
Über 150 Vertreter des ApV übergaben 287’826 Petitionsstimmen an den Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, Thomas Zeltner. Die hohe Unterschriftenzahl, die in nur vier Monaten zusammen kam, sei ein deutliches Zeichen der Bevölkerung, dass ihr die Volksmedizin und die grosse Vielfalt an komplementär-medizinischen Arzneimitteln wichtig sei, sagte FDP-Nationalrätin Dorle Vallender (AR) bei der Petitionsübergabe.
Mit der Petition wende sich das ApV nicht gegen das eidgenössische Heilmittelgesetz, das am 1. Juli in Kraft treten soll, sondern gegen die dazu gehörigen Verordnungen, betont das Komitee. Würden diese angewendet, könnte ein riesiger Heilmittelschatz verloren gehen.
Deshalb fordert das ApV unter anderem ein vereinfachtes Zulassungs-Verfahren für natürliche Heilmittel der Komplementär-Medizin und eine grundlegende Überarbeitung der kritischen Verordnungd-Entwürfe.
Verordnungspaket enthält Fehler
Laut Zeltner hat das Bundesamt für Gesundheit das Verordnungspaket in ausserordentlicher Geschwindigkeit ausgearbeitet. Es sei sicher nicht das beste Verordnungspaket, das je in die Vernehmlassung gegangen sei. Es enthalte offenbar Passagen, die missverstanden werden könnten. «Und es enthält auch Fehler.» Deshalb werde es überarbeitet.
Gemäss den aktuellen Verordnungs-Entwürfen ist nicht mehr eine kantonale, sondern ausschliesslich eine schweizweite Registrierung von Heilmitteln vorgesehen. Diese wird teuer, zu teuer für viele kleine Firmen sein, fürchten die Petitionäre.
Selbstverständlich sei nicht vorgesehen, eine Gebührenordnung einzuführen, bei welcher der Zutritt zum Markt für volksmedizinische Heilmittel prohibitiv sei, betonte Zeltner. Die Schweiz sei im Bezug auf die Vielfalt, aber auch im Bezug auf die Zulassungskriterien der volksmedizinischen Mittel grosszügiger als vergleichbare Industrienationen. «Wir wollen grosszügiger bleiben.»
Über 60’000 Mitglieder
Im ApV sind Apotheker, Ärzte, Drogisten, Homöopathen, Naturärzte, Naturheilpraktiker, Therapeuten, Patienten-Organisationen, Hersteller und Anwender natürlicher Heilmittel sowie Krankenkasse und Biobauern zusammengeschlossen. Insgesamt gehören ihm 42 Organisationen mit über 60’000 Mitgliedern an.
swissinfo und Agenturen
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