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Aussergewöhnliche Zunahme der Heiraten und Scheidungen

Immer mehr Ehen werden geschlossen - aber auch geschieden. Keystone

1999 wurden in der Schweiz 40'646 Ehen geschlossen, rund 2000 mehr als 1998. Zurückzuführen ist dies auf das "magische" Datum 9.9.99, an dem rund 2'500 Paare heirateten. Zum ersten Mal wurden 1999 ausserdem über 20'000 Ehen geschieden.

Die hohe Anzahl Scheidungen ist nicht zuletzt auf das neue Scheidungsrecht zurückzuführen, das am 1. Januar 2000 in Kraft trat.

Nach der am Donnerstag (20.07.) vom Bundesamt für Statistik publizierten Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung 1999 gaben sich vor allem Paare in der Deutschschweiz an dem speziellen Datum das Ja- Wort: Am 9. September wurden in den Deutschschweizer Kantonen 2200 Ehen geschlossen.

Solche Situationen sind nicht neu. So erreichte die Heiratshäufigkeit auch am 8.8.88 und am 7.7.77 mit 1954 respektive 496 Eheschliessungen einen Höhepunkt. 1999 machte sich das Phänomen bisher jedoch am deutlichsten bemerkbar.

Spätere Erstheirat

Sowohl die Frauen als auch die Männer gehen ihre erste Ehe immer später ein. 1999 heirateten die Frauen durchschnittlich mit 28,2 Jahren zum ersten Mal, das heisst eineinhalb Jahre später als 1990, und die Männer mit 30,8 Jahren, das heisst fast zwei Jahre später als 1990.

Demgegenüber nimmt der Anteil der Wiederverheiratungen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern ungebrochen zu. 1990 hatten noch 15 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer mindestens zum zweiten Mal geheiratet, während es 1999 20 Prozent und 22 Prozent waren.

Mehr gemischte Ehen

Seit einigen Jahren heiraten immer weniger Paare, in denen beide Partner schweizerischer Nationalität sind. Von 1992 bis 1999 belief sich dieser Rückgang auf 20 Prozent. Die gemischten Ehen (Mann oder Frau Schweizer/in, Partner/in ausländischer Nationalität) sowie die Ehen zwischen zwei ausländischen Personen nahmen seit 1992 je um 10 Prozent zu.

1999 sank die mittlere Anzahl Kinder pro Frau schweizerischer Nationalität auf ein Rekordtief von 127 Kindern je 100 Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren. 1990 hatte derselbe Indikator noch 155 Kinder je 100 Frauen schweizerischer Nationalität ausgewiesen.

Die Geburtenhäufigkeit der ausländischen und in der Schweiz wohnhaften Frauen folgt einem entgegengesetzten Trend, wurde doch zwischen 1990 und 1999 ein Anstieg von 167 auf 193 Kinder je 100 15- bis 49-jährige Frauen gemessen.

Das Alter der Mütter bei der Geburt ihres Kindes blieb 1999 verglichen mit dem Vorjahr stabil. Diese brachten ihr erstes Kind mit durchschnittlich 28,5 Jahren zur Welt – die Schweizerinnen mit 29,5 Jahren, die Ausländerinnen mit 27,1 Jahren.

Scheidungsrekord

1999 wurden 20’809 Ehen geschieden. Dies bedeutet eine Zunahme um 16 Prozent gegenüber 1998. Dieses Phänomen lässt sich erklären, wenn man von einem Zusammenhang mit dem neuen Scheidungsrecht ausgeht, das seit dem 1. Januar 2000 gilt. Offenbar wollten viele ihr Scheidungsverfahren noch nach alter Rechtsprechung beenden.

1999 wurden 62’503 Todesfälle gezählt, darunter 32’063 von Frauen und 30’440 von Männern. Die Lebenserwartung bei der Geburt ist sowohl für die Frauen als auch für die Männer leicht gestiegen. 1999 konnte eine Frau mit durchschnittlich 82,6 Lebensjahren rechnen (1998: 82,5), ein Mann mit 76,7 Jahren (1998: 76,5).

swissinfo und Agenturen

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