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Durchbruch in der BSE-Forschung

Forschern der ETH Zürich ist es gelungen, ein gesundes Rinderprionprotein zu entschlüsseln. Keystone

Die Fakten, dass der Rinderwahnsinn (BSE) auf den Menschen übertragen werden kann, erhärten sich. Nach neuen Erkenntnissen von Wissenschaftlern der ETH Zürich sind die gesunden Prionproteine von Mensch und Rind praktisch identisch.

Prionproteine – körpereigene Eiweisse, deren Funktion unbekannt ist – sind sowohl beim Verlauf von Rinderwahnsinn als auch der Creutzfeldt- Jakob-Krankheit (CJD) beteiligt. Man gehe davon aus, dass Menschen nach dem Genuss von BSE- infiziertem Rindfleisch an CJD erkranken können, sagte Kurt Wüthrich, Leiter des Instituts für Molekularbiologie und Biophysik an der ETH Zürich, am Montag (10.07.) vor den Medien.

Die Arbeit seines Teams, deren Ergebnisse in der am Dienstag (11.07.) erscheinenden Zeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» in Washington (USA) veröffentlicht werden, solle mögliche Erklärungen für diese Übertragung von Tier (BSE) auf Mensch (CDJ) liefern.

Erstmals gesundes Rinderprionprotein entschlüsselt

Ein Durchbruch dahingehend ist die erstmalige Entschlüsselung der Molekularstruktur des gesunden Rinderprionproteins an der ETH Zürich. Diese zeigte auf, dass die Struktur im kugeligen Bereich der Proteinen von Rind und Mensch praktisch identisch gefaltet ist. Zudem nimmt man laut Wüthrich an, dass «fremde, kranke» Prionen ein gesundes Protein von aussen in ein krankes umwandeln können.

Daraus folge die Frage, ob ein krankes Rinderprionprotein ein gesundes Menschenprionprotein in ein krankes umwandeln könne. «Auf Grund der Molekularstruktur könnte die Artenbarriere von Rind und Mensch durchbrochen werden», sagte Wüthrich und schränkte ein, «dass die an wichtigen Orten unterschiedliche Verteilung der elektrostatischen Oberflächenladung dem widerspricht».

Falls Rinderwahnsinn überhaupt auf den Menschen übertragbar ist, dann auf der Ebene der Moleküle. Die Entschlüsselung des Rinderprionproteins ist ein weiterer Durchbruch in der BSE-Forschung. Langfristig könnten die Zürcher Resultate durchaus dazu führen, dass die Übertragung von Prionenkrankheiten zwischen Mensch und Rind durch gezielte Massnahmen verhindert werden kann.

Der Weg zu wirksamen Medikamenten sei jedoch noch sehr lang. Die Erkenntnisse der ETH-Forschung brächten die Wissenschaftler hoffentlich einen Schritt weiter, wenn es auch nur ein kleiner sei, sagte der Molekularbiologe.

swissinfo und Agenturen

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