Entwicklungs-Zusammenarbeit: Deiss warnt vor «Afrika-Pessimismus»
Bundesrat Joseph Deiss hat anlässlich der Jahreskonferenz der Entwicklungs-Zusammenarbeit zur Abkehr vom "Afrika-Pessimismus" aufgerufen. Es existiere durchaus ein anderes, erfolgreiches Afrika mit Zukunftsperspektive.
Es sei möglich, durch Solidarität die positiven Tendenzen in Afrika zu verstärken, sagte der Aussenminister an der Jahrestagung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unter Verweis auf das DEZA-Schwerpunktland Mosambik. «Wir können es uns nicht erlauben, an Afrika zu verzweifeln. Die Schweizer Steuerzahlerinnen und -zahler sollen auch erfahren, dass ihr Steuerfranken gut angelegt ist.»
Deiss zeigte sich überzeugt, dass die Schweizerische Entwicklungs-Zusammenarbeit zur Förderung von Sicherheit und Frieden einen substantiellen Beitrag leisten kann. Der Schweiz komme dabei eine Schlüsselrolle zu. Gerade das Beispiel Mosambik zeige, dass mit unspektakulärer Aufbauarbeit Erfolge möglich seien.
Nach den Worten des Schweizer Geschäftsträgers in Maputo, Thomas Greminger, sind diese positiven Tendenzen auch durch die verheerenden Überschwemmungen vom vergangenen Februar nicht aufgehalten worden. Die Katastrophe wirke allerdings bremsend. Die Schweiz hatte nach den Überschwemmungen 10 Mio. Franken zur Verfügung gestellt.
Die Schweizer Entwickungszusammenarbeit von DEZA und vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) setzt in Mosambik jährlich bis zu 35 Mio. Franken ein. Dies in den Bereichen Regierungsführung, Entschuldung, Zahlungsbilanzhilfe und Steuerreform, Trinkwasserversorgung und Siedlungshygiene, Gesundheit sowie Zivilgesellschaft und Aufbau von basisorientierten Organisationen.
Das DEZA-Programm im Mosambik ist eines der grössten der schweizerischen Enttwicklungszusammenarbeit.
Die Schweiz wendete 1999 für öffentliche Entwicklungshilfe weltweit 1,465 Mrd. Franken auf, was 0,35 Prozent des Bruttosozialprodukts entsprach. Der Anteil der DEZA betrug 1,191 Mrd. Franken. Davon flossen 814 Mio. Franken in die Entwicklungszusammenarbeit, 304 Mio. Franken in die Humanitäre Hilfe und 73 Mio. Franken in die Zusammenarbeit mit Osteuropa. Der Anteil des seco betrug 203 Mio. Franken, weitere 161 Mio. entfielen auf andere Departemente.
swissinfo und Agenturen
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