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Erdrutsch in Gondo (VS): Mehrere Personen vermisst

Bei einem Erdrutsch in der Walliser Gemeinde Gondo sind am Samstagmorgen (14.19.) mehrere Personen verschüttet worden. Zehn Personen werden vermisst. Erste Berichte über mindestens drei Todesopfer wurden von der Polizei nicht bestätigt.

Am Mittag liefen die Rettungsarbeiten in Gondo an. Mit schweren Baumaschinen war der Weg für Ambulanz und Suchtrupps freigeräumt worden, sagte Rolf Gruber vom Zollamt in Gondo auf Anfrage. Auch mehrere Rettungs-Helikopter seien im Dorf gelandet.

Wegen des dichten Nebels auf dem Simplon ist zur Zeit der Zugang über die Luft erschwert. Die Strassen von Süden her sind durch Geröllniedergänge blockiert.

Dennoch seien auch italienische Rettungskräfte aufgeboten worden, sagte Franziskus Escher von der Walliser Kantonspolizei. Der Walliser Krisenstab trat zusammen, um über die Lage zu beraten.

Mehrere Häuser wurden vom Erdrutsch, der um 10.30 Uhr abging, mitgerissen. Unter anderem sei ein Teil des Stockalper-Turms, das ganze Gemeindehaus und ein Hotel weggerissen worden, sagte Gruber. Seit Freitagabend gingen im Gebiet schwere Regenfälle nieder.

Auch andere Regionen betroffen

Im Raum Brig führten die anhaltenden Regenfälle ebenfalls zu Hochwasser. Die Brücke über die Saltina wurde aus Gründen der Sicherheit angehoben. Die Strasse zwischen Bitsch und Mörel, die vor einigen Tagen durch einen Erdrutsch verschüttet worden war, wurde erneut geschlossen.

Die Simplonlinie der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) blieb wegen Überschwemmungen im Bahnhof von Iselle ebenfalls gesperrt. Die internationalen Schnellzüge wurden über den Gotthard umgeleitet, was zu Verspätungen von zweieinhalb Stunden führte.

Am Hafen von Locarno und in einigen italienischen Grenzdörfern trat der Langensee über die Ufer. Es kam zu Verkehrsbehinderungen. Bereits am Freitagabend hatte auch der Comersee die Uferstrassen überschwemmt, doch bestand für die Seeanstösser vorerst keine Gefahr, wie die zuständigen Polizeistellen mitteilten.

Nach Angaben von MeteoSchweiz stieg der Spiegel des Langensees um rund vier Zentimeter pro Stunde. Für den Sonntag wird mit einer weiteren Verschärfung der Lage gerechnet. Laut dem nationalen Wetterdienst wurden im Raum Locarno örtlich zwischen 150 und 200 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Im Raum Lugano und im Mendrisiotto lagen die Spitzenwerte bei rund 70 Litern pro Quadratmeter.

swissinfo und Agenturen

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