Erster Schritt zur Erweiterung des Nationalparks
Auf den kommenden 1. August wird der Nationalpark im Bündnerland um die Seenplatte von Macun auf dem Gebiet der Gemeinde Lavin erweitert. Der Bundesrat hiess am Montag (19.06.) den Vertrag der Gemeinde mit der Eidgenössischen Nationalparkkommission gut.
Es ist dies der erste Schritt zur markanten Vergrösserung des Nationalparks. In seiner neuen Grösse macht der Nationalpark ein Prozent der Landesfläche aus.
Auf dem Plateau auf 2’500 Meter über Meer findet sich ein Dutzend Bergseen. Es gleicht einem Stück Grönland inmitten der Alpen, wie das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mitteilte.
Das 3,6 Quadratkilometer grosse Gebiet sei ein idealer Lebensraum für zahlreiche Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere. Wie im Nationalpark kann das Hochplateau betreten werden, aber nur auf den dafür vorgesehenen Wanderwegen.
Die Erweiterung ist laut UVEK die erste Etappe der wichtigen Erweiterung des Nationalparks von 169 auf 200 Quadratkilometer, wo der Natur freien Lauf gelassen wird. Um diese Kernzone herum werden 300 Quadratkilometer Umgebungszone geschaffen. Dort ist naturnahe Landwirtschaft, extensive Bewirtschaftung der Wälder und sanfter Tourismus erlaubt.
Der Nationalpark im Kanton Graubünden genügt internationalen Standards nicht mehr. Der Übergang vom Totalreservat zum bewirtschafteten Gebiet ist zu abrupt, wichtige Lebensräume wie Seen und Auenwald fehlen, die Parkgrenzen sind
unnatürlich.
Die Umgebungszone kann allerdings erst nach einer Änderung des Bundesgesetzes über den Schweizerischen Nationalpark realisiert werden. Noch vor Ende des Jahres will sich der Bundesrat dazu äussern.
Lavin stimmte im Mai 1999 der Eingliederung des Gebietes Macun in den Nationalpark zu. Neben Lavin sollen sich noch 20 weitere Gemeinden an der Erweiterung beteiligen.
swissinfo und Agenturen
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