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Exit: Putschversuch misslungen

Der Vorstand wurde wiedergewählt - zum Missmut der Traditionalisten. Keystone Archive

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagte am Samstag die Generalversammlung der Sterbehilfe-Organisation Exit. "Putschisten" wollten den Vorstand stürzen - der Putschversuch misslang. Nun will Exit einen Neuanfang wagen.

Aus «tiefer Sorge um die Existenz und den guten Ruf» der Organisation hatte eine Gruppe von Freitod-Begleitern zum Putsch des Vorstandes aufgerufen. Dorn im Auge dieser Gruppe waren die Löhne, die sich der Vorstand ausbezahlt hatte. Ihr Ziel: Ehrenamtlichkeit wiederherstellen.

Die «Putschisten» unterlagen und wollen nun Exit verlassen. Der Antrag habe aber zu einer «ehrlichen, sauberen Auseinandersetzung» geführt, sagte der administrative Leiter von Exit, Michael Brücker, auf Anfrage. Bei Exit beginnt nun eine Ära mit professionellen statt ehrenamtlichen Sterbebegleitern, bezahlt und mit Teilzeit-Arbeitsverträgen.

Wie in der Sonntags Zeitung zu lesen ist, hofft nun der alte, neue Vorstand, nach dem Abgang der Traditionalisten, auf Ruhe und neue Mitglieder. Deren Zahl sank in den letzten Jahren um 20’000 auf 50’000. Um aber eine Sterbehilfe-Diskussion politisch wirksam beeinflussen zu können bräuchte es 100’000 Mitglieder, so Exit-Exponenten.

Neu in den Vorstand gewählt wurde Andreas Blum, pensionierter Radiodirektor von Schweizer Radio DRS. Er soll nun für eine transparente Informationspolitik sorgen.

Im weiteren werden die Bücher der Exit-Hospiz-Stiftung einer Sonderprüfung unterzogen. Anlass ist eine Strafklage wegen ungetreuer Geschäftsführung. Diese sei zwar am Samstag zurückgezogen worden, sagte Brücker. Um Klarheit zu schaffen, wolle man die Prüfung dennoch vornehmen lassen.

Rebecca Vermot und Agenturen

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