Grossaufmarsch zu nationaler Kundgebung gegen Sozialabbau
Mindestens 20'000 Menschen sind am Samstag (04.11.) dem Aufruf des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) gefolgt und haben in Bern an einer nationalen Herbstkundgebung teilgenommen. Gefordert werden höhere Löhne und der volle Teuerungsausgleich.
Unter dem Motto «Fortschritt für alle statt Gewinne für wenige» kritisierten die Gewerkschaften, dass eine unsoziale Umverteilung trotz wirtschaftlichem Aufschwung im Gang sei. Explodierende Managerlöhne kontrastierten mit Einkommensverlusten für die grosse Masse der Beschäftigten. Der Gewerkschaftsbund fordert eine Reallohnerhöhung von 2 bis 3 Prozent je nach Branche und den vollen Teuerungsausgleich.
Ein Sozialabbau soll auch bei den Abstimmungen vom kommenden 26. November verhindert werden. Die Gewerkschaften empfehlen deshalb die beiden AHV-Initiativen für ein flexibles Rentenalter zur Annahme. Auch das Bundespersonal-Gesetz gelte es zu bekämpfen, da es Entlassungen unter praktisch jedem Vorwand ermögliche, Mindestlöhne senke und ungerechte Leistungslöhne einführe.
Grösste Kundgebung seit vier Jahren
Ein Sprecher der Berner Stadtpolizei schätzte die Teilnehmerzahl beim Aufmarsch auf den Bundesplatz auf mindestens 20’000. Es handelt sich damit um die grösste Kundgebung in Bern seit vier Jahren.
In einer separaten Kundgebung hatte zuvor der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonalverband (SEV) den vollen Teuerungsausgleich, eine Real-Lohnerhöhung und den Teuerungsausgleich auf den SBB-Renten gefordert. Hintergrund dieser Demonstration sind Differenzen zwischen SEV und SBB über den ersten SBB-GAV, welcher am 1. Januar 2001 in Kraft tritt.
swissinfo und Agenturen
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