Innert zehn Jahren doppelt soviel Brennholz
Am 26. Dezember 1999 hat der Orkan "Lothar" rund 13 Mio Kubikmeter Holz gefällt. Die Nutzung von Brennholz als erneuerbare und CO2-neutrale Energie soll finanziell unterstützt werden. Das Parlament hat dazu einen Nachtragskredit gesprochen.
Direktor Eduard Kiener vom Bundesamt für Energie (BFE) stellte am Montag (28.08.)in Bern das Förderprogramm zur Energieholz-Nutzung vor. Ziel ist eine Verdoppelung der heute jährlich verbrannten rund 2,5 Mio Kubikmeter. Das entspricht der langjährig möglichen Nutzmenge.
Bisher konnte der Bund im Rahmen von Energie 2000 nur automatische Holzfeuerungen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt mit 4,7 Mio Franken jährlich unterstützen. Das nun vorliegende Programm verdreifacht diese Subventionsmöglichkeit und öffnet sie auch für kleinere Heizungen.
Neu kann nun auch der Einbau einer Holzfeuerung in privaten Gebäuden subventioniert werden. So kann man beispielsweise für ein Einfamilienhaus, das im Jahr 2000 Liter Heizöl verbraucht, für eine Holzfeuerung mit einem Pauschalbeitrag bis zu 7000 Franken rechnen. Es muss aber Platz für etwa acht Ster Scheiter geschaffen werden (1 Ster gleich 1 Kubikmeter).
Erdöl einsparen
Umgesetzt wird das Förderprogramm von der Schweizerischen Vereinigung für Holzenergie (VHe) in Zürich. Sturmholz sei ein wertvoller Energieträger, sagte VHe-Geschäftsführer Christoph Rutschmann. Es wäre angesichts der Klima- und Umweltprobleme unverantwortlich, dieses Holz einfach im Wald verrotten zu lassen. Der Weihnachtsorkan habe drastisch vor Augen geführt, dass der Ersatz von Erdöl und Erdgas durch erneuerbare einheimische Energien dringend nötig sei, sagte Rutschmann.
Würde man die Nutzung von Energieholz verdoppelt, könnten pro Jahr rund 500’000 Tonnen Erdöl eingespart werden.
Energieabstimmung stellt Weichen
Holz könnte so zu einem Drittel dazu beitragen, die CO2-Reduktionsziele des Klimaprotokolls von Kyoto zu erreichen, sagte Rutschmann. Noch nie habe es ein derart grosszügiges Förderprogramm für die Holzenergie gegeben.
Das Aktionsprogramm ist auf dreieinhalb Jahre begrenzt. Es nimmt nach den Worten Kieners die Massnahmen vorweg, die das Förderabgabegesetz ermöglichte. Sollte das Volk dieser Vorlage am 24. September zustimmen, könnten die Subventionen für die energetische Holznutzung während mindestens sechs weiteren Jahren ausbezahlt werden.
Swissinfo und Agenturen
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