Kanton Tessin will Leicht-Elektromobile stärker fördern
Im Kanton Tessin sollen die Leicht- Elektromobile (LEM) intensiver gefördert werden. Der Kanton mit der höchsten Fahrzeugdichte der Schweiz will das bestehende Pilotprojekt für LEM in Mendrisio auf das ganze Kantonsgebiet ausweiten.
Der kantonale Umweltdirektor Marco Borradori hat am Mittwoch (12.07.) in Bellinzona die Botschaft für die Ausweitung des Pilotversuchs vorgestellt. Beantragt werden sechs Mio. Franken für die kommenden vier Jahre.
Kantonsparlament muss über Kreditantrag befinden
Wird der Vorschlag vom Grossen Rat (Kantonsparlament) abgesegnet, können alle Einwohner im Kanton Zuschüsse für den Kauf eines LEM beantragen. «Ab 2004 muss das Projekt dann auf eigenen Beinen stehen, ohne staatliche Subventionen», sagte Borradori.
Bislang erst acht Pilotgemeinden
Mendrisio ist seit 1995 das Zentrum eines vom Bund unterstützten Pilotprojektes. Sieben weitere Gemeinden nehmen daran teil: Sitten und Martigny (VS), Muttenz (BL), Riehen (BS), Wil (SG), Ittigen (BE) und Wohlen (BE). In Mendrisio zirkulieren 358 LEM, landesweit sind es gut 2’500.
Der Kanton Tessin unterstütze das Pilotprojekt im Rahmen der Anstrengungen für eine nachhaltige und umweltverträgliche Entwicklung, sagte Borradori weiter. Den Kauf von umweltschonenden Autos zu fördern, sei konsequent für den Kanton. Denn: «Das Automobil ist Teil unserer selbst.» Der Kanton Tessin hat die höchste Fahrzeugdichte der Schweiz.
Ziel in Mendrisio erreicht
Das Pilotprojekt in Mendrisio kann nach Angaben der Verantwortlichen eine positive Bilanz ziehen. «Wir haben unser Ziel von 350 LEM ein Jahr früher als geplant erreicht», sagte Marco Piffaretti, Direktor des LEM-Versuchs in Mendrisio.
Er präzisierte im Übrigen, dass unter dem Begriff LEM nicht nur Fahrzeuge mit Elektromotor, sondern auch andere umweltschonende Antriebsarten subsumiert werden.
Gesamtschweizerisch unter den gesteckten Zielen
Negativer als in Mendrisio sieht die Bilanz landesweit aus. Das Ziel des Bundes, bis 2010 acht Prozent des Automobilmarktes (200’000 Stück) mit LEM abzudecken, dürfte nach Angaben des Bundesamtes für Energie kaum erreicht werden. Als Grund dafür gelten die relativ hohen Marktpreise und der geringe Aktionsradius der E-Mobile.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch