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Leichte Entspannung im Wallis

In Stalden-Neubrück riss ein Erdrutsch vier Häuser mit sich und verschüttete zwei Menschen. Keystone

Nach einem Rückgang der Niederschläge hat sich der Pegel der Rhone gesenkt. Auch die Strassen sind teilweise wieder befahrbar. Das Jahrhundert-Hochwasser hat bis zur Stunde ein Todesopfer gefordert, 15 Menschen werden vermisst.

Die Situation im Katastrophengebiet im Wallis hat sich in der Nacht zum Montag (16.10) bei nachlassenden Niederschlägen etwas entspannt. Die Wassermengen der Rhone und der Zuflüsse aus den Seitentälern gingen zurück. Der Pegelstand der Rhone senkte sich innerhalb von sechs Stunden um 60 cm. Meldungen über weitere Erdrutsche oder Schlammlawinen gingen in der Nacht nicht ein, wie die Kantonspolizei erklärte.

«Geschenk Gottes»

Der Leiter des Krisenstabs, Franziskus Escher, bezeichnete die Wetterentwicklung in einer Sondersendung der «Tagesschau» des Deutschschweizer Fernsehens am Montagmorgen als Geschenk Gottes. Die Lage ist jedoch weiterhin kritisch. Wegen eines Dammbruchs in Bieudron wurde die wichtigste Gasleitung des Kantons beschädigt. Teilweise ist auch die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt.

Suche nach Vermissten wieder aufgenommen

Im verwüsteten Walliser Dorf Gondo ging am Morgen die Suche nach den 13 Menschen weiter, die seit dem Erdrutsch vom Samstag vermisst werden. Keinen Erfolg hatten bislang auch die Sucharbeiten in Stalden bei Visp, wo zwei Menschen unter einem eingestürzten Haus vermutet werden.

Verkehrslage perkär

Die Verkehrssituation im ganzen Kanton blieb am Montagmorgen prekär. Der Kanton ist zwar mittlerweile wieder über das Strassennetz von Waadt her erreichbar, wie die Kantonspolizei Wallis mitteilte, doch sind weder die Kantonsstrasse noch die Autobahn durchgehend befahrbar. Etliche Seitentäler sind weiterhin von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Polizei verwies die Bevölkerung an die lokalen Krisenorganisationen.

Jahrhundert-Hochwasser brachte Tod und Verwüstung

Am schwersten heimgesucht wurde das Grenzdorf Gondo südlich des Simplonpasses. Eine Schlammlawine riss am Samstagmorgen (14.10) innert Sekunden einen Teil des Ortes in das Flüsschen Doveria hinunter. Die 150-köpfige Bevölkerung wurde evakuiert. Von 13 Bewohnern fehlte auch am Sonntagabend jede Spur, die Hoffnung auf Überlebende ist gering.

Vermisst wurden auch zwei Menschen in Stalden-Neubrück, wo ein Erdrutsch vier Häuser mitriss. Ein erstes Todesopfer wurde am Sonntagabend im Unterwallis geborgen. Eine Autofahrerin war auf der Passstrasse des Grossen St. Bernhards oberhalb von Martigny in einen Erdrutsch geraten.

Hunderte von Helfern des Zivilschutz, der Feuerwehr und der Armee standen im Dauereinsatz. Bundespräsident Adolf Ogi und der Walliser Bundesrat Pascal Couchepin flogen am Sonntagnachmittag nach Simplon Dorf, um der evakuierten Bevölkerung von Gondo die Betroffenheit und die Solidarität der Regierung mitzuteilen.

swissinfo und Agenturen

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