Pfui Wetter!
Der Frühling macht seinem Ruf keine Ehre: Oberhalb von 400 Metern fielen in der Nacht zum Samstag (21.04.) teilweise massive Schneemengen. Bei der Gemüseversorgung droht ein Engpass. Auch die Blumen- und Pflanzenhändler stecken zurzeit in der Krise.
Im Flachland liegt vielerorts Schnee auf Wiesen und Dächern. Am Alpennordhang, in der Zentral- und Ostschweiz hat es im Durchschnitt 20 Zentimeter Schnee gegeben. Bis am Sonntagabend rechnen die Meteorologen mit bis zu einem Meter Neuschnee.
Prekäre Strassenverhältnisse
Die Rückkehr des Winters bis in die Niederungen der Alpennordseite hinunter hat am Samstag zu teilweise prekären Strassenverhältnissen geführt. Die intensiven Schneefälle führten zum Auftakt des Wochenendes zu Verkehrsbehinderungen. Mehrere Strassen im Berner Oberland und im Bündnerland mussten gesperrt werden.
Auch im Grossraum Zürich waren Strassen unpassierbar.
Schnee im April sei allerdings kein aussergewöhnliches Ereignis, erklärt die MeteoSchweiz. Ungewöhnlich sei hingegen die diesjährige Niederschlags-Menge.
Dauerregen führt zu Ernteausfällen
Bei der Gemüseversorgung droht ein Engpass, denn der Dauerregen hat grosse Teile der Schweizer Gemüseernte vernichtet. Bei den Gemüsebauern fällt etwa ein Viertel ihrer Ernte des Jahres 2001 aus, gibt der Verband schweizerischer Gemüseproduzenten (VSGP) bekannt. Dies bedeute ein Schaden von rund 80 Mio. Franken.
Der Konsument merkt im Laden die Auswirkungen des nassen Frühlings: Er wird vermehrt mit importiertem Gemüse Vorlieb nehmen müssen. Auf den Preis werde sich das aber nicht auswirken, versichert der VSGP. Auch einheimische Rüebli, Zwiebeln, Spinat und Kartoffeln sind zur Zeit Mangelware. Die Bauern konnten nicht ansetzen.
Weniger Blumen auf Balkon und im Garten
Das schlechte April-Wetter macht auch den Blumen-Händlern Sorgen: Es herrscht eine Absatzflaute auf dem Blumen- und Pflanzenmarkt. «Bis zu 20% Umsatz-Einbussen werden zurzeit bei Balkon- und Gartenpflanzen verzeichnet», erklärt Heiri Wyler vom Gärtnermeister-Verband.
Auch Gemüsesetzlinge wie beispielsweise Salate liessen sich nicht gut verkaufen, bestätigt Walter Meier von der Zürcher Blumen-Börse. Er empfiehlt zuzuwarten, bis die Temperaturen mindestens 10 Grad erreichen.
swissinfo und Agenturen
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