SBB-Gewerkschaften: Lohnkonflikt gewonnen
Die SBB-Angestellten leisteten immer mehr Überstunden. Das Management wollte jedoch keinen Teuerungs-Ausgleich. Die Gewerkschaften drohten mit Kampfmassnahmen. Jetzt gibt es Teuerungs-Ausgleich.
An zwei Verhandlungsrunden hatte sich das SBB-Management laut den Personalverbänden «stur und kompromisslos gezeigt». Keinen Franken Teuerungs-Ausgleich sollte es geben, obwohl die Löhne seit vier Jahren nicht mehr angepasst worden waren.
Mit Kampfmassnahmen gedroht
Am Donnerstag (23.11.) verteilten die Gewerkschaften im Berner Bahnhof ein Flugblatt, in dem die Bahnkundschaft um Verständnis gebeten wurde, sollten die Züge in den kommenden Wochen Verspätung erhalten. In einer ersten Phase wollten SBB-Angestellte keine Überstunden mehr leisten und auf keine Rasttage mehr verzichten. Denn bereits dieses Jahr hätten die Angestellten 350’000 Übertage geleistet.
Die SBB liess verlauten, die Gewerkschaft des Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrpersonals (SEV) operiere mit falschen Zahlen. Die finanzielle Situation des Unternehmens biete keinen grossen Handlungsspielraum. Die Lohnforderungen der Gewerkschaften würden die Billettpreise um bis zu 12 Prozent erhöhen.
2,6 Lohnprozente mehr
Am Freitagabend (25.11.) lenkte die Geschäftsleitung trotzdem ein und beschloss, die Lohnsumme um 2,6 Prozent zu erhöhen. Die Lösung im Umfang von 2,6 Lohnprozenten setzt sich zusammen aus 1 Lohnprozent zur Finanzierung der seit Juni 2000 umgesetzten Arbeitszeitverkürzung, einem weiteren in Form einer einmaligen Zahlung im kommenden Dezember, 0,3 Lohnprozente für individuelle Lohnanpassungen und nochmals 0,3 Lohnprozente für Laufbahn-Beförderungen. Gewerkschaften und auch SBB-Management zeigten sich in ihrem Communiqué zufrieden über den Ausgang der Lohnverhandlungen.
Philippe Kropf, swissinfo
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