Schweizer Flugretter fordern unabhängige Alarmzentralen
Die Schweizer Flugrettungs-Organisationen sollen besser vernetzt und über neutrale Alarm-Zentralen koordiniert werden. Kommerzielle Interessen dürften bei Rettungs-Einsätzen keine Rolle spielen.
Das forderten über 100 Rettungsärzte am Samstag (05.11.) an der 1. Schweizer Bergrettungsärzte-Tagung in Interlaken. Initiant der Tagung ist der Notarzt und Bergführer Bruno Durrer. Er ist überzeugt, dass «die Rettung von Unfallopfern in den Bergen mit gut vernetzten, neutralen und unabhängigen Alarm-Einsatzzentralen noch verbessert werden kann». Ungenügende Absprachen hätten auch schon zu Kontroversen geführt.
Vor allem in den Grenzgebieten der drei Rettungs-Organisationen «Rega», «Air Glaciers» und «Air Zermatt» könne die Zusammenarbeit ausgebaut und optimiert werden. Jede Rettung müsse im Interesse des Patienten unabhängig von Kantonsgrenzen und Hoheitsgebieten koordiniert werden. Kommerzielle Interessen müssten dabei in den Hintergrund treten.
Notwendige Spezialisierung
Laut Durrer spielt das Teamwork zwischen Ärzten, Piloten und Bergführer eine immer wichtigere Rolle. In einem Thesenpapier fordern die Ärzte zur Qualitätssicherung der Bergrettung einheitliche Ausbildungskriterien im medizinischen und bergtechnischen Bereich. Nur mit einer weiteren Spezialisierung und der Zusammenarbeit mit kommerziellen Helifirmen könne die Schweizer Bergrettung ihre Pionierrolle in Europa behalten.
Mit der Bergrettungsärzte-Tagung in Interlaken ist es der Schweizerischen Gesellschaft für Gebirgsmedizin (SGGM) gelungen, zum ersten Mal weit über 100 Rettungsärzte aus der ganzen Schweiz zusammenzuführen und grenzüber-schreitende Koordinationsfragen zu diskutieren. Die Tagung soll 2002 wiederholt werden.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch