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Solarenergie noch nicht marktreif

Ernüchternde Bilanz des Solarkraftwerks Mont Soleil bei St. Imier. Keystone

Die Fotovoltaik (Solarenergie) hat bis heute die allgemeine Marktreife noch nicht erreicht. Dies ist das vorerst ernüchternde Ergebnis eines dreijährigen Forschungsprogramms im Solarkraftwerk Mont-Soleil bei St-Imier im Berner Jura.

Um das Ziel der allgemeinen Marktreife zu erreichen wäre laut Studie eine intensive Weiterentwicklung der Solartechnik nötig.

Die Betreiber des Solarkraftwerks Mont-Soleil haben am Freitag (11.08.) die Ergebnisse eines dreijährigen, international beachteten Fotovoltaik- Forschungsprogramms präsentiert. Das Programm war 1997 von der Gesellschaft Mont-Soleil mit Unterstützung des Bundesamts für Energie lanciert worden.

Laut Rudolf Minder, Leiter Forschung der Gesellschaft Mont-Soleil, wurden dabei fotovoltaische Module auf ihre Eignung für den kommerziellen Einsatz geprüft und verschiedene Technologien unter realistischen Betriebsbedingungen verglichen.

Untersucht wurden Module mit klassischen kristallinen Silizium- Technologien sowie neue Technologien wie Dünnschicht- Module. Dabei konnten bei den klassischen Modulen seit deren Beschaffung im Jahr 1991 keine entscheidenden Fortschritte in Bezug auf Wirkungsgrad oder Kosten beobachtet werden.

Bei den neuen Technologien, insbesondere bei den Modulen aus dünnen Schichten von amorphem Silizium, seien hingegen deutliche Verbesserungen erzielt worden. Dennoch lägen auch die heutigen Produkte bezüglich Wirkungsgrad immer noch weit hinter den kristallinen Modulen zurück.

Weiter wurden diverse Systemkonzepte miteinander verglichen. Dazu wurde einer der 110 Solarzellen- Tische vom Kraftwerk getrennt und seine Module zu neuen Kleinsystemen verkabelt. Der Versuch zeigte auf, dass die neun Jahre alte Grossanlage weiterhin die etwas bessere Gesamt- Effizienz aufweist als moderne Kleinanlagen.

Neben diesen Tests wurden auch Messresultate aus dem Kraftwerksbetrieb ausgewertet. Die Energieerträge unterliegen dabei sehr starken, vorwiegend durch die Sonneneinstrahlung bedingten Schwankungen. Zudem sei die exponierte Anlage witterungsbedingt störungsanfällig, weshalb der technischen Betreuung eine wichtige Rollezukomme.

Wachsender Weltmarkt – Schweiz führend

Für Martin Pfisterer, Präsident der Gesellschaft Mont-Soleil, liegen die Hauptergebnisse des Forschungsprogramms in den Verbesserungen bei den Kleinsystemen und Dünnschicht- Solarzellen wie auch in der Erkenntnis, dass keine entscheidende Entwicklungsschritte beim Solarzellen- Wirkungsgrad erzielt wurden.

Diese Ergebnisse zeigten, dass die Fotovoltaik weltweit weiterer intensiver Entwicklungsanstrengungen bedürfe. In diesem Sinn rief Stefan Nowak vom Bundesamt für Energie in Erinnerung, dass der Fotovoltaik- Weltmarkt zur Zeit jährlich eine beachtliche Wachstumsrate zwischen 25 und 40 Prozent aufweise.

Die Schweiz zähle mit zu den führenden Ländern auf dem Gebiet der Fotovoltaik. Mit insgesamt 13,5 Megawatt oder beinahe 2 Watt installierter Pro-Kopf-Leistung Fotovoltaik sei die Schweiz immer noch weltweit führend. Die öffentliche Hand unterstütze hierzulande Fotovoltaik- Projekte jährlich mit insgesamt 15 Mio. Franken.

swissinfo und Agenturen

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