Suche nach besserem Schutz
Forscher der ETH Zürich versuchen Wege zu finden, wie Steinschlag-Galerien besser geschützt werden könnten.
Erste Ergebnisse zeigen, dass gezielte Dimensionierungen einer Schutzschicht den Durchschlag verhindern können.
Ereignisse wie an der Axenstrasse im Kanton Schwyz und am Chüebalmtunnel am Brienzersee haben die Experten aufgeschreckt. Gibt es Wege, um Schutzgalerien sicherer zu machen?
Forschen am Modell
Seit anderthalb Jahren werden im Rahmen eines Projekts des Schweizerischen Nationalfonds am Institut für Geotechnik an der Eidgenössisch Technischen Hochschule (ETH) in Zürich Modellversuche durchgeführt, wie Professorin Sarah Springman und ihr Oberassistent Jan Laue am Dienstag sagten.
Die heutigen Schutztunnels und Galerien seien für eine bestimmte Last dimensioniert. Wenn nun ein einzelner Felsbrocken punktuell auftreffe und eine grössere Belastung auslöse, so könne er die Decke durchbrechen, wie das Beispiel Axenstrasse zeige.
Last abbremsen
Untersucht wird nun, wie die hohe Dynamik, die durch den Absturz eines Findlings auf die Decke der Galerie entsteht, abgebremst werden kann. «Je schneller ein Stein auftrifft, umso höher ist die Belastung.»
«Diese Belastung muss am besten mit einem Material abgebremst werden das sich verformt und die Last verteilt,» sagte Laue. Dies sei die einzige Möglichkeit, um zu verhindern, dass zum Schutz vor Steinschlag unendlich grosse Strukturen notwendig sind.
Witterung berücksichtigen
«Sonst müsste man Bunker bauen», sagte Laue. Das ideale Material sei noch nicht gefunden. Die Schutzschicht müsse zudem für einen längeren Zeitraum wirksam sein, sagte Springman.
Berücksichtigt werden müssten auch äussere Bedingungen wie das Wetter. «Sonst ist das, was wir im Labor erforschen, im Feld nicht tauglich».
Das Forschungsprojekt wird Ende 2004 abgeschlossen sein. Es soll zu konkreten Empfehlungen für den Bau der Steinschlag-Schutz-Vorrichtungen führen.
swissinfo und Agenturen
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