Umweltverschmutzung durch Flugverkehr wird unterschätzt
Die Belastung der Umwelt durch den Flugverkehr in der Schweiz wird derzeit noch massiv unterschätzt. Gemäss einer Nationalfonds-Studie verursachen die Flugzeuge heute bereits 13 Prozent der gesamten CO2-Emissionen der Schweiz.
In zwanzig Jahren werde der Flugverkehr gar für rund einen Drittel der CO2-Emissionen der Schweizer Bevölkerung verantwortlich sein, heisst es in der Studie des Schweizerischen Nationalfonds, die am Freitag (22.09.) an der Konferenz SUN21 in Basel vorgestellt wurde.
Derzeit geht etwa ein Viertel der Verkehrsleistung der Schweizerinnen und Schweizer auf das Konto des Flugverkehrs. Im Jahr 2020 werden die Schweizer gemäss der Studie schon rund 40 Prozent ihrer Strecken-Kilometer im Flugzeug zurücklegen.
Heute würden die CO2-Emissionen in den nationalen Emissions-Statistiken praktisch nicht mitgezählt, so die Studie. 13 Prozent der CO2-Emissionen der Schweizer bedeute aber einen Ausstoss von etwa 6 Mio. Tonnen CO2 jährlich oder knapp eine Tonne pro Kopf und Jahr.
Die Entwicklung im Flugverkehr laufe den Zielsetzungen der internationalen und der schweizerischen Klimapolitik «diametral entgegen», heisst es in der Studie weiter. Aus Sicht der Klimapolitik brauche es deshalb eine Flugverkehrs-Strategie und Massnahmen zur Nachhaltigkeit des Flugverkehrs.
Die Entwicklung im Flugverkehr laufe den Zielsetzungen der internationalen und der schweizerischen Klimapolitik «diametral entgegen», heisst es in der Studie weiter. Aus Sicht der Klimapolitik brauche es deshalb eine Flugverkehrs-Strategie und Massnahmen zur Nachhaltigkeit des Flugverkehrs.
Keine Überraschung beim Bund
Beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) zeigte man sich über die Zahlen der Studie wenig überrascht. In der Schweiz sei der Anteil des Flugverkehrs an den CO2-Emissionen tatsächlich hoch, sagte Buwal-Vizedirektor Bruno Oberle auf Anfrage. Weltweit mache er derzeit aber noch etwa zwei bis drei Prozent aus.
Besorgnis erregend am Flugverkehr sei das rasche Wachstum, sagte Oberle. Dass das Problem unterschätzt werde, liege ausserdem daran, dass im Kyoto-Protokoll für Klimaschutz der Flugverkehr ausgenommen worden sei.
swissinfo und Agenturen
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