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Unwetter-Katastrophe im Wallis: Wettlauf mit der Zeit

Die Räumungsarbeiten - hier vor dem Stockalperturm in Gondo - laufen auf Hochtouren. Keystone

Zwei Tage nach dem Erdrutsch in Gondo haben die Rettungstrupps am Montag (16.10.) unter den Geröllmassen Lebenszeichen registriert. Da der Ort jedoch schwer zugänglich ist, konnten sie die überlebende Person bis am späten Abend noch nicht bergen.

Die Suche vom Montag hatte sich auf die Umgebung des Stockalperturms und das Gebiet unterhalb der Strasse konzentriert. Am frühen Montagnachmittag wurde die Leiche einer vermissten Frau geborgen.

In der Nähe der Toten wurden Geräusche lokalisiert. Laut der Polizei vor Ort handelte es sich dabei sicher um Lebenszeichen.

Gleichentags wurde in Dorénaz bei Martigny aus der Rhone die Leiche einer 70-jährigen Frau aus Stalden geborgen. Sie war nach dem Erdrutsch in Neubrück, südlich von Visp, vermisst worden.

Seit Sonntag wurden somit drei Todesopfer – alles Frauen – geborgen. In Gondo werden noch elf Personen vermisst, in Neubrück noch eine Person.

Leichte Beruhigung

Obwohl sich die Lage am Montag insgesamt stabilisierte oder verbesserte, ist die Situation in vielen Orten immer noch ernst. Ein Teil der evakuierten Häuser – insbesondere im Unterwallis – konnten jedoch wieder bezogen werden.

Insgesamt waren im Wallis noch zahlreiche Strassenverbindungen wegen Überschwemmungen oder Erdrutschen gesperrt. Zermatt war nur per Helikopter erreichbar. Die Verkehrsverbände rieten dringend von Fahrten ins Wallis ab.

Wieder normal funktionierte der Bahnbetrieb auf der Lötschberg-Linie bis Brig, das auch vom Unterwallis her wieder mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar war. Bis am frühen Abend konnten die Züge bis Martigny und zwischen Sitten und Sierre fahren. Dazwischen wurden die Reisenden mit Bussen befördert.

Wegen der Unwetter ist im Wallis auch der Telefonverkehr beeinträchtigt. Auch beim Brief-, Paket- und Postautoverkehr gibt es Verzögerungen.

Sinkende Pegel

Die Lage hatte sich in der Nacht auf Montag dank dem Rückgang der Niederschläge und den sinkenden Temperaturen (Schnee statt Regen in höheren Lagen) entschärft.

Der Pegelstand der Rhone senkte sich um 60 Zentimeter. Am Nachmittag betrug die Abflussmenge der Rhone noch 550 m³ pro Sekunde gegenüber 900 m³ am Sonntag. Auch die Saltina beruhigte sich und der Pegel der Stauseen ging zurück.

Mobiler Auffangdamm gab nach

Am Einfluss der Rhone in den Genfersee hatte am Montagmorgen der mobile Auffangdamm nachgegeben. Das angesammelte Schwemmholz wird auf 10’000 m³ geschätzt. Die meisten Häfen der Region Vevey-Montreux-Villeneuve mussten geschlossen werden.

Wegen des Hochwassers waren am Montag in Genf die Schleusen der Stauwehr von Seujet völlig geöffnet worden, damit mehr Wasser aus dem Genfersee abfliessen konnte. Der Pegelstand lag am Vormittag 13 Zentimeter über der Norm.

swissinfo und Agenturen

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