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Unwetter-Katastrophe: Zwei weitere Opfer in Gondo geborgen

Es besteht kaum mehr Hoffnung auf Überlebende. Die Suche wird nun mit grossen Maschinen fortgesetzt. Keystone

8 Tote und 8 Vermisste lautete am Mittwoch (18.10.) die provisorische Bilanz der Unwetter-Katastrophe im Wallis. Im Tessin entspannte sich die Lage zusehends. In Norditalien wurden bisher 21 Menschen tot geborgen.

Die Rettungskräfte bargen zuletzt die Leiche eines Mannes aus dem Schuttkegel des zu einem Drittel zerstörten Grenzdorfes Gondo, wie die Walliser Kantonspolizei mitteilte. Bereits am späten Dienstagabend war ein weiteres Todesopfer gefunden worden. Damit sind in Gondo bisher sechs Tote zu beklagen. Zwei Frauen wurden zuvor im Unterwallis tot geborgen. In Gondo werden weitere sieben Menschen unter den Trümmern vermutet. Auch in Stalden-Neubrück wird nach einem Vermissten gesucht. Es besteht kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden.

Psychologische Begleitung für die Bevölkerung von Gondo

Die Einwohner von Gondo durften am Mittwoch (18.10.) für kurze Zeit in ihr Dorf zurückkehren, um das Nötigste aus ihren beschädigten oder unversehrten Häusern zu holen, wie z.B. Wertsachen und Ausweispapiere. Eine endgültige Rückkehr dürfte aber erst in ein paar Wochen – wenn nicht Monaten – möglich sein, wenn ihre Sicherheit gewährleistet werden kann. Die Einwohner von Gondo erhalten psychologische Begleitung.

Gemeinde zum Notstandsgebiet erklärt

Im Wallis kamen die Aufräumarbeiten voran. Weiterhin waren Tausende von Menschen im Einsatz, darunter 1’000 Armeeangehörige. Die verwüstete Gemeinde Baltschieder wurde zum Notstandsgebiet erklärt. Dies bedeute, laut Franziskus Escher vom Katastrophenstab, dass die üblichen administrativen Abläufe und Befugnisse bis auf Weiteres aufgehoben sind.

Die Verkehrslage im Kanton bessert sich allmählich. So wurde am Mittwochmorgen die Bahnstrecke von Brig nach Domodossola wieder geöffnet. Auch die Zermattbahn nahm ihren Betrieb auf einigen Teilstrecken wieder auf. Das Goms ist ab Brig wieder auf der Strasse erreichbar.

Tessin: Langsame Rückkehr zur Normalität

In den Hochwassergebieten des Locarnese normalisiert sich die Situation langsam. Nach einer Woche Dauerregen erwachte die Region am Mittwoch erstmals unter einem blauen, wolkenfreien Himmel.

Der rekordhohe Pegelstand des Langensees sank laut Behördenangaben kontinuierlich um etwa einen Zentimeter pro Stunde. Am Dienstag (17.10.) war der Seespiegel auf maximal 197,55 Meter gestiegen.

Evakuierte kehren zurück

Der grösste Teil der rund 2’000 evakuierten Personen konnte laut Zivilschutz inzwischen wieder nach Hause.

Die Verkehrssituation ist weiterhin kritisch. Viele Strassen bleiben vorläufig gesperrt. Die Behörden appellierten erneut an die Bevölkerung des Locarnese, das Auto nur im absoluten Notfall zu benützen und auf die Bahn umzusteigen. Sechs Schulen in Locarno und Gordola bleiben die ganze Woche geschlossen.

Wieder Regen

Die Meteorologen sagen neue Niederschläge für Donnerstag und Freitag voraus. Der Regen wird den Rückzug des Sees voraussichtlich etwas abbremsen. Eine Rückkehr zum Normalniveau wird für den 26. oder 27. Oktober erwartet.

Regierung hilft

Der Bundesrat sicherte am Mittwoch (18.10.) den von den Unwettern betroffenen Kantonen Wallis und Tessin einen solidarischen Beitrag zur Behebung der Schäden zu. Er beauftragte das Departement von Verkehrs- und Energieminister Moritz Leuenberger, gemeinsam mit den kantonalen Behörden und den zuständigen Bundesstellen die Schäden zu erheben.

21 Tote in Norditalien

Nach den verheerenden Überschwemmungen im Alpenraum, vor allem im Aostatal, gilt jetzt Hochwasser-Alarm in der norditalienischen Po-Ebene. Am Mittwoch erreichte die Flutwelle Cremona und näherte sich Mantua. Mehr als 15’000 Bewohner flohen wegen Hochwassergefahr aus der Ebene des Pos und des Tessin-Flusses. Der Pegel des Pos stieg stündlich um mehrere Zentimeter und erreichte den höchsten Stand seit einem halben Jahrhundert. In den Krisengebieten wurden bisher 21 Menschen tot geborgen; nach 21 Vermissten wird gesucht.

swissinfo und Agenturen

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