Warmes Jahr, kalter Juli
Wie im Vorjahr wurden auch 2000 überdurchschnittliche Temperaturen registriert. Der häufig aus Süden wehende Wind brachte aber auch viel Föhn, Hagel und viele Gewitter. Auch die Unwetter im Oktober gehen auf eine Südlage zurück.
Die Mitteltemperaturen lagen 2000 wie bereits 1999 bis zu 2 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel, wie MeteoSchweiz mitteilte. Wesentlich wärmer seit Messbeginn im Jahre 1864 war bisher nur der Extremsommer 1947.
Bereits der Februar war überdurchschnittlich warm. Und schon Ende April, Anfang Mai wurden in der Schweiz Sommer-Temperaturen gemessen. In der Nacht vom 6. auf den 7. April war ein für die Schweiz seltenes Naturschauspiel zu beobachten: Am klaren Nachthimmel erschien ein Nordlicht, hauptsächlich in den Farben rot und weiss.
Gewitter- und Föhnrekorde
Mit der frühen Sommerwärme begann in den ersten Maitagen aber auch eine lange und intensive Gewitter- und Hagelsaison. Im Juni verursachten schwere Gewitter im Kanton Bern und in der Ostschweiz erste Überschwemmungen.
Am 4. Juli entwickelte eine Gewitterfront im Tessin eine selbst für diese gewittergewohnte Region seltene Heftigkeit mit Sturmböen gegen 140 km/h. Am 21. August überquerte ein Gewittersturm in nur drei Stunden die ganze Alpennordseite vom Genfer- bis zum Bodensee.
Die häufigen Südströmungen brachten lang anhaltende und intensive Föhnphasen (südlicher Fallwind auf der Alpennord-Seite), wobei oft heftige Föhnstürme mit Windgeschwindigkeiten über 100 km/h durch die Täler fegten. In Altdorf wurden im April noch nie zuvor so viele Föhntage registriert. Insgesamt war 2000 im Urnerland eines der zehn föhnreichsten Jahre 1864.
Südlage führt zur Katastrophe von Gondo VS
Auch im Herbst hielt die Tendenz zu Südströmungs-Lagen an. Mitte Oktober führte sie zu den verheerenden Unwettern im Wallis und den Überschwemmungen im Tessin. Tagelang trafen feuchtwarme Luftmassen aus Süden immer wieder dieselben Gebiete. Im Oberwallis wurden die bisherigen Rekord-Regenmengen vielerorts weit übertroffen.
Hochwasser und Erdrutsche durch anhaltend heftige Niederschläge hatten bereits Anfang August im Kanton St. Gallen und in Nordbünden grosse Schäden verursacht. Insgesamt war 2000 ein unwetterreiches Jahr.
swissinfo und Agenturen
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