Die Woche in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Das Waffenrecht in der Schweiz ist nach einer tödlichen Amoktat mit einer legal erworbenen halbautomatischen Waffe wieder in den Schlagzeilen.
«Das Ausland staunt über den Schweizer Umgang mit Waffen», schreibt die Zeitung Blick. «Nach der Tat in Aarau gerät das hiesige Waffenrecht unter Druck.» Wird sich etwas ändern? Das Problem liegt laut einigen konservativen Politiker:innen darin, dass eine Verschärfung zu mehr Bürokratie führe.
Ich wünsche eine gute Lektüre.
Letzten Sonntag kurz nach 2.30 Uhr feuerte ein Mann rund 40 Schüsse in die Menge einer Rave-Party in Aarau. Der Schütze floh vom Tatort. Eine 22-jährige Italienerin kam ums Leben, sechs weitere Personen wurden verletzt, einige davon schwer.
Während die Polizei nach der verantwortlichen Person oder den verantwortlichen Personen fahndete, gab es zahlreiche Spekulationen über das Motiv hinter der Tat: War es Terrorismus? Ein Racheakt? In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde ein 43-jähriger Schweizer Staatsbürger aus dem Kanton Jura festgenommen, nachdem er sich selbst gestellt hatte. Bei der Befragung gab er an, seit längerem unter gesundheitlichen Problemen zu leiden, und sprach von «psychischen Problemen».
Am Mittwoch erklärten die Ermittelnden, der Schütze habe als Einzeltäter gehandelt, seine Beweggründe blieben jedoch unklar. Hinweise auf einen ideologischen oder extremistischen Hintergrund gibt es nicht. Der Mann habe die Opfer nicht gekannt und weise keine besondere Verbindung zu Aarau auf, sagte die Polizei.
Die Behörden teilten mit, der Mann habe mit einer halbautomatischen AKS-74 Kalaschnikow und zwei Pistolen in die Menge geschossen, die er vor 20 Jahren – legal – im Jura erworben hatte. Wie verschiedene Medien anmerkten, ist das Sturmgewehr der Amoktat nach heutigem Recht eine verbotene Waffe. Nur Waffensammler:innen oder Sportschützen mit einer Ausnahmebewilligung und entsprechenden Nachweisen können solche halbautomatischen Waffen erwerben. Die politische Debatte ist damit neu entfacht. «Erste Politiker fordern bereits Verschärfungen – andere warnen vor mehr Bürokratie», schreibt der Blick.
Mehrere grosse Schweizer Unternehmen kündigten diese Woche Stellenstreichungen an, die Personal sowohl in der Schweiz als auch im Ausland betreffen.
Am Montag erklärte die Schweizer Flugsicherungsgesellschaft Skyguide, sie rechne im Zuge ihres Umstrukturierungsprogramms bis zum nächsten Frühjahr mit insgesamt 50 Entlassungen. Dies sei die Hälfte der Zahl, die vor eineinhalb Monaten am Ende des Konsultationsverfahrens erwartet worden war, stellte RTS fest. Skyguide betont, man halte am geplanten Sparziel von 51 Millionen Franken und dem Abbau von rund 200 Stellen fest.
Am Dienstag teilte Swiss Life mit, bis 2028 rund 600 Stellen abzubauen. «Der Versicherer ist mit seinen Geschäftszahlen auf Kurs, reduziert aber die Zahl seiner Beschäftigten. Die Hälfte der Stellen fällt in der Schweiz weg», schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). «Begründet wurde der Stellenabbau unter anderem ‹mit den Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung›.» Der Jobabbau bei Swiss Life könnte auch bei anderen Schweizer Versicherern Schule machen, warnt ein Experte.
Am Mittwoch gab der Pharmariese Novartis bekannt, bis Ende nächsten Jahres bis zu 130 Stellen in Basel abzubauen. Andere Biologika-Standorte weltweit würden die Aufgaben der Basler Fabrik übernehmen, da einzelne Mietverträge am Standort Kleinbasel ausliefen.
Der Bundesrat lehnt Konversionsmassnahmen gegen queere Menschen «klar ab» und zeigt sich offen für ein nationales Verbot.
«Konversionsmassnahmen gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans und queere (LGBTIQ+) Menschen kommen auch in der Schweiz vor und können bei den Betroffenen erhebliches Leid verursachen», hielt die Regierung am Mittwoch in einem Bericht fest.
Nach Ansicht des Bundesrats bietet das geltende Recht zwar bereits einen umfassenden Schutz. Da jedoch immer mehr Kantone eigene rechtliche Massnahmen ergreifen, «könnte eine präzisere Regelung auf Bundesebene jedoch geprüft werden».
«Jahrelang stellte sich der Bundesrat dezidiert gegen ein Verbot von Konversionstherapien», stellt die Neue Zürcher Zeitung fest. «Nun ist er umgeschwenkt. Die Frage nach der Umsetzung lässt er jedoch offen.»
Der Bundesrat wies darauf hin, dass die Ausarbeitung einer entsprechenden strafrechtlichen Regelung ein klares Mandat des Parlaments voraussetzen würde. Die Rechtskommission des Ständerats wird nun über das weitere Vorgehen bezüglich der Motion entscheiden.
Vermisst jemand eine drei Meter lange Teppichpython? Wenn ja, würde sich die Kantonspolizei Zürich über eine Kontaktaufnahme freuen.
«Diese Teppichpython war am Donnerstagabend offenbar auf einem kleinen Ausflug im Wald bei Sennhof», schrieb die Kantonspolizei am Montag auf Instagram. Sie wurde schliesslich von einem Reptilienspezialisten der Abteilung Tier- und Umweltschutz der Polizei eingefangen.
Die Schlange sei ungiftig und mittlerweile sicher untergebracht, fügte die Polizei hinzu. Die Polizei fragt nun, wer dieses «stattliche Tier» kenne oder wisse, wo es normalerweise zu Hause sei. Bislang habe sich weder eine Besitzerin oder ein Besitzer gemeldet, noch seien Hinweise eingegangen, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag.
Die kommende Woche
Die Gewinner:innen des diesjährigen Balzanpreises werden am Montag bekannt gegeben. Die vier Fachgebiete wechseln jedes Jahr. Jede ausgezeichnete Person erhält 750’000 Franken, wovon die Hälfte für die Forschung verwendet werden muss.
Am Donnerstag wird das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie einen detaillierten Bericht über den Rekordsommer 2026 veröffentlichen.
Am Freitag jähren sich die Terroranschläge vom 11. September zum 25. Mal. Viele Schweizer Zeitungen haben sich damit befasst, wie die Anschläge die Geopolitik und die Weltwirtschaft bis heute prägen.
Mehr als 40 Organisationen lancieren am Samstag die erste Nationale Woche gegen Food Waste, die bis zum darauffolgenden Sonntag, dem 20. September, dauert.
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