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Polizei vor Werbetafel des Raves

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die tödlichen Schüsse am Rave in Aarau beschäftigen die Schweiz – und auch mich persönlich. Ich bin im Aargau aufgewachsen und habe in Aarau viele Stunden im Ausgang verbracht. Deshalb hat mich diese Nachricht besonders beschäftigt.

Mehr zum Tathergang wird die Polizei voraussichtlich erst morgen an der Medienkonferenz bekanntgeben. Bis dahin ordnen die Medien ein, weshalb die Ermittler:innen nach der Festnahme eines Tatverdächtigen 48 Stunden lang schweigen – und wie der Veranstalter das Sicherheitskonzept beurteilt.

Freundliche Grüsse

Absperrband und Polizei
Ein 43-jähriger Schweizer steht unter dringendem Tatverdacht. Die Polizei schweigt bis zur Medienkonferenz am Mittwoch. Keystone / Michael Buholzer

Nach den tödlichen Schüssen bei einem Rave in Aarau wurde ein Schweizer unter «dringendem Tatverdacht» festgenommen. Bis zur geplanten Medienkonferenz am Mittwochnachmittag schweigt die Polizei. Gleichzeitig verteidigt der Veranstalter des Raves das Sicherheitskonzept.

Bei der Schussabgabe auf dem Gelände der Pferderennbahn Schachen wurde eine 22-jährige Frau getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus, ermittelt aber weiterhin zu Tathergang und Motiv. An zwei Orten wurden Patronenhülsen unterschiedlicher Kaliber gefunden.

Der 43-jährige Schweizer wurde in der Nacht auf Montag festgenommen. Dass die Behörden seither kaum Informationen veröffentlichen, begründen Fachleute mit kriminaltaktischen und rechtlichen Gründen. So muss der Verdächtige befragt, Spuren ausgewertet und eine mögliche Beteiligung weiterer Personen ausgeschlossen werden. Ein dringender Tatverdacht bedeutet noch keinen Beweis der Täterschaft.

Olivier Grein, Co-Gründer der verantwortlichen Urban Agency Events AG, lobt die Sicherheitskräfte. Diese hätten selbstlos gehandelt und während der Schüsse Notausgänge aufgebrochen und Verletzte versorgt. Grein sieht einen bewaffneten Angriff von ausserhalb des Geländes jedoch nicht als etwas, das Veranstalter verhindern könnten. Für die Zukunft fordert er eine politische Debatte über die Sicherheit von Grossveranstaltungen.

Mitte-Ständerat und Präsident der zuständigen Ständeratskommission Erich Ettlin am Point de Presse vom Montag.
Mitte-Ständerat und Präsident der zuständigen Ständeratskommission Erich Ettlin am Point de Presse vom Montag. Keystone / Peter Schneider

Im Streit um schärfere Kapitalvorschriften hat sich die zuständige Ständeratskommission für einen Kompromiss entschieden. Sie will die Eigenkapitalregeln für die Grossbank UBS zwar verschärfen, jedoch nicht so stark wie vom Bundesrat vorgeschlagen.

Künftig sollen Auslandbeteiligungen von systemrelevanten Banken zur Hälfte mit hartem Kernkapital gedeckt werden. Für die andere Hälfte sollen neu gestaltete AT1-Anleihen (Additional Tier 1) ausreichen. Der Bundesrat hatte eine vollständige Unterlegung mit hartem Kernkapital verlangt.

Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) spricht von einem Kompromiss, der den Finanzplatz sicherer machen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit erhalten soll. Für die UBS bedeutet der Vorschlag mehr Spielraum für ihr internationales Geschäft. Kritiker:innen warnen hingegen, dass im Krisenfall weiterhin Risiken beim Staat und damit bei den Steuerzahlenden liegen könnten.

Der Gesetzentwurf soll nun im Ständerat debattiert werden, bevor sich der Nationalrat des Themas annimmt. Dort könnten die Anliegen der UBS dann möglicherweise auf weniger Verständnis stossen. Schliesslich müssen sich beide Kammern auf die Gesetzesanpassung verständigen. Mit endgültigen Kapitalregeln wird frühestens Ende 2026 gerechnet, der Prozess dürfte sich jedoch wahrscheinlich bis ins kommende Jahr hinziehen.

Swiss Life Logo
Swiss Life streicht 600 Stellen – trotz Gewinn. Keystone / Christian Merz

Die Versicherungsgesellschaft Swiss Life streicht bis Ende 2028 rund 600 Stellen – etwa jeden 20. Job. Gleichzeitig steigert der Versicherer seinen Reingewinn im ersten Halbjahr um acht Prozent. Der Abbau trifft vor allem den Innendienst und soll weitgehend über natürliche Fluktuation erfolgen.

Swiss Life begründet den Abbau mit dem Blick über das laufende Strategieprogramm hinaus und mit Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Rund die Hälfte der Stellen fällt in der Schweiz weg, die andere Hälfte vor allem im Ausland.

Im ersten Halbjahr stieg der Betriebsgewinn um sieben Prozent auf 967 Millionen Franken, der Reingewinn um acht Prozent auf 649 Millionen. Zudem startet Swiss Life im Oktober ein Aktienrückkaufprogramm über 250 Millionen Franken.

Der Stellenabbau trotz guter Geschäftszahlen wirft Fragen über die Zukunft der Versicherungsbranche auf. Neben der zunehmenden Automatisierung dürfte auch die Konsolidierung den Druck auf die Branche erhöhen.

Hagelschaden an den Rollläden
Nach den heftigen Gewittern vom Freitag rechnen Versicherungen mit Schäden in Millionenhöhe. Keystone / Claudio Thoma

Das schwere Gewitter vom vergangenen Freitag hat in weiten Teilen der Schweiz Millionenschäden angerichtet. Tausende Autos, Häuser und andere Gebäude wurden beschädigt. Versicherungen erhalten zehntausende Schadenmeldungen, während Handwerker auf Tage oder Wochen hinaus ausgebucht sind.

Das Ausmass der Schäden ist noch nicht abschliessend bekannt. Mehrere Versicherer berichten von einer aussergewöhnlich hohen Zahl an Meldungen. Um die Abklärungen zu beschleunigen, richten sie spezielle Hagel-Drive-ins ein. Auch die Gebäudeversicherungen sind stark gefordert.

Besonders heftig traf der Hagel die Nordostschweiz. Front- und Seitenscheiben gingen zu Bruch, Karosserien wurden von Dellen übersät. Für viele Autobesitzerinnen und Autobesitzer bedeutet das lange Wartezeiten bei der Begutachtung und Reparatur. Bei stark beschädigten Fahrzeugen stellt sich zudem die Frage nach einem Totalschaden.

Auch bei Dachdeckern, Schreinern und anderen Handwerkbetrieben herrscht Hochbetrieb. Laut Versicherungsverband war das Gewitter kein aussergewöhnliches Jahrhundertereignis. Die hohen Schadensummen seien vielmehr auch eine Folge des gestiegenen Wohlstands: Weil Häuser und Fahrzeuge heute wertvoller sind, fallen die Schäden bei einem schweren Unwetter entsprechend höher aus.

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