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Bank of America soll Aktionäre doppelt getäuscht haben

NEW YORK (awp international) – Die US-Börsenaufsicht SEC erhebt zum zweiten Mal schwere Vorwürfe gegen die Bank of America . Das Geldhaus habe seine Aktionäre bei der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch über deren desaströse finanzielle Lage im Dunkeln gelassen, schreibt die SEC in einer am Dienstagabend (Ortszeit) bekannt gewordenen Klageschrift. Die Börsenaufsicht wirft der Bank of America bereits vor, ihre Aktionäre bei den milliardenschweren Bonuszahlungen an Merill-Lynch-Banker hinters Licht geführt zu haben.
Die Bank of America hatte die Investmentbank auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 geschluckt und sich letztlich daran verhoben. Der Staat musste das Institut mit 45 Milliarden Dollar an Hilfen vor dem Kollaps bewahren. Konzernchef Kenneth Lewis räumte unter dem Druck von Politik und Öffentlichkeit zum Jahreswechsel seinen Stuhl.
Die Aktionäre der Bank of America hatten auf einer eigens einberufenen Hauptversammlung am 5. Dezember 2008 die Merrill-Lynch-Übernahme abgesegnet. Von den Verlusten hätten die Anteilseigner da nichts gewusst, prangert die SEC an. Alleine im Oktober 2008 habe Merrill Lynch 4,5 Milliarden Dollar verloren, im November seien weitere Milliarden hinzugekommen.
Ein Sprecher der Bank of America nannte die Vorwürfe haltlos. Die Bonus-Klage soll nun im März verhandelt werden, die Verluste sollen im Sommer vor Gericht zur Sprache kommen. Die Zusammenlegung der beiden Verfahren lehnte der zuständige Richter mit der Begründung ab, das würde die Geschworenen verwirren./das/DP/stbb

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