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Basel (awp/sda/afd) - Zwei Jahre nach Beginn der Finanzkrise haben sich die weltweit wichtigsten Finanzwächter auf schärfere Risiko-Vorschriften für Banken geeinigt. Mit den "Basel III"-Regeln müssen Banken mehr eigenes Geld besitzen, um Kreditausfälle und Börsencrashs in Krisen abzufedern.
Im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht sitzen Finanzmarktwächter und Notenbanker der grossen Wirtschaftsnationen. Der Ausschuss rang seit Monaten um die Reform des bisher geltenden Regelwerks "Basel II", das die Finanzkrise nicht verhindert hatte. "Basel III" soll im November dem G20-Gipfel im südkoreanischen Seoul vorgelegt werden. Das Regelwerk ist nicht bindend, dürfte aber von vielen Ländern umgesetzt werden.
Zu den neuen Vorschriften gehört, dass die Banken ihre Kernkapitalquote bis zum Jahr 2015 von vier auf sechs Prozent erhöhen müssen, wie der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht am Sonntagabend mitteilte.
Die Kernkapitalquote beschreibt das Verhältnis vom Kapital einer Bank zu ihren risikobehafteten Geschäften, also zu den vergebenen Krediten und den getätigten Geldanlagen.
Die Quote für den harten Kern des Kernkapitals muss bis 2015 zugleich von 2 auf 4,5% steigen. Zusätzlich müssen die Banken bis dahin zum Schutz vor neuen schweren Krisen einen Kapitalpuffer von weiteren 2,5% aufbauen, den es bisher nicht gegeben hatte.
"BEITRAG ZUR LANGFRISTIGEN STABILITÄT"
"Die heute erzielten Einigungen bedeuten eine grundlegende Stärkung der globalen Kapitalstandards", erklärte der Vorsitzende des Basler Ausschusses und Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. "Ihr Beitrag zu langfristiger Finanzstabilität und Wachstum wird substanziell sein. Die Übergangsregeln werden es Banken ermöglichen, die neuen Standards zu erfüllen und zugleich die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen."
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Finanzmarktaufsicht FINMA begrüssen die Ergebnisse ebenfalls. Beide waren an den Verhandlungen vertreten. Die Reform sei unabdingbar gewesen, wird Daniel Zuberbühler, Vizepräsident der FINMA in einer Mitteilung zitiert.
Das globale Finanzsystem werde durch Basel lll resistenter gegenüber Schocks, so Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand gemäss Mitteilung. Doch für die "Too big to fail"-Problematik brauche es national und international weitere Bemühungen. Für die Schweiz würden die Reformen eine solide Basis bilden für umfassende Lösungen.
Zurzeit arbeitet eine vom Bund eingesetzte Expertengruppe an Vorschlägen, wie die Schweiz mit systemrelevanten Grossbanken umgehen soll. Sie hat bezüglich Eigenmittelvorschriften auf die Entscheide von Basel lll gewartet.
Der deutsche Bundesbankpräsident Axel Weber erklärte, er sei "froh, dass es gelungen ist, heute zu einem international konsistenten und anspruchsvollen Rahmenwerk für die neuen Mindestkapitalanforderungen der Banken zu kommen". Auch die Besonderheiten der deutschen Finanzinstitute, die keine Aktiengesellschaften sind, würden dabei angemessen berücksichtigt.
UBS UND CS NEHMEN ERGEBNISSE KENNTNIS
Die beiden Grossbanken CS und UBS nahmen zu den technischen Details des Regelwerks in einer ersten Reaktion keine Stellung. "UBS hat die heutige Empfehlung des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht zur Kenntnis genommen", schreibt die Grossbank.
Der Basler Ausschuss setze die internationalen Mindeststandards, die dann durch die nationalen Regulatoren umgesetzt werden müssten. Für die UBS seien vor allem die Standards FINMA massgebend. "Die Bank wird die regulatorischen Massnahmen innerhalb der vorgegebenen Zeit umsetzen."
Die Credit Suisse sieht sich für die Umsetzung parat. "Wir haben unsere kundenorientierte, kapitaleffiziente Strategie im Hinblick auf die regulatorischen Veränderung entwickelt, und über die letzten drei Jahre entsprechend das Kapital gestärkt und die Risiken reduziert", schreibt sie. Die Credit Suisse sei heute eine der am besten kapitalisierten Banken der Welt. "Wir gehen davon aus, dass sich das auch unter Basel III nicht ändern wird."
mk

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