Barry Callebaut kämpft mit schwacher Nachfrage
Barry Callebaut hat im ersten Semester seines Geschäftsjahres weniger Schokolade verkauft. Der Hersteller litt unter einer weltweit gedämpften Lust auf Schoggi angesichts hoher Preise. Hinzu kam eine Werkpanne in Kanada. Die Prognosen werden aktualisiert.
(Keystone-SDA) Das Verkaufsvolumen ging in der Periode von September 2025 bis Februar 2026 um 6,9 Prozent zurück, wie der weltgrösste Schokoladenhersteller am Donnerstag mitteilte. Die Tendenz zeigt aber nach oben: Im ersten Quartal hatte der Rückgang noch 9,9 Prozent betragen, im zweiten Quartal waren es noch minus 3,6 Prozent.
Die zuletzt wieder leicht rückläufigen Kakaopreise schmälerten den Umsatz noch etwas stärker. Er sank um 7,3 Prozent auf 6,75 Milliarden Franken. Barry Callebaut reicht allerdings den Kakaopreis weitgehend an die Kunden weiter. Seine Marge verdient das Unternehmen auf der Verarbeitung, Logistik und dem Know-how – nicht auf dem Rohstoff selbst.
1 Million Tonnen Schokolade
In absoluten Zahlen betrug die verkaufte Menge an Schokolade 1,010 Millionen Tonnen. Pro Tonne blieben Barry Callebaut 307,7 Franken als Betriebsgewinn – 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Der sogenannte wiederkehrende Betriebsgewinn (EBIT) sank im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent auf 310,9 Millionen Franken. Dort rechnet das Unternehmen Effekte wie etwa die Kosten für Sparprogramme heraus. Für das Minus seien neben den tieferen Mengen Lieferengpässe und Überkapazitäten im Markt verantwortlich.
Der ausgewiesene Reingewinn stieg derweil deutlich auf 89,1 Millionen Franken, nach 30,5 Millionen im Vorjahr. Seinerzeit hatten unter anderem deutlich gestiegene Finanzierungskosten für teure Kakaobohnen die Rechnung belastet.
Mit den gezeigten Zahlen hat Barry Callebaut den AWP-Konsens, der für die wichtige Volumenzahl bei -7,8 Prozent lag, übertroffen. Beim weniger wichtigen Umsatz lag der Konzern deutlich darunter.
Ziele bestätigt
Mit Blick nach vorne rechnet der Konzern neu mit einem Rückgang der Verkaufsmenge um 1 bis 3 Prozent im laufenden Jahr. Dabei werde in der zweiten Jahreshälfte wieder ein positives Wachstum erwartet.
Deutlich nach unten geht es mit der Prognose für den wiederkehrenden EBIT in Lokalwährungen: Dieser werde im mittleren zweistelligen Prozentbereich sinken. Bis anhin war von einem Wachstum die Rede. Doch die Mehrheit des absoluten Rückgangs werde auf Stufe Gewinn vor Steuern wiederkehrend aufgeholt.