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SCHILTACH (awp international) - Der Schwarzwälder Felgenhersteller BBS ist mit seinem massiven Wachstumskurs erneut in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert. Das vorläufige Insolvenzverfahren sei eröffnet worden, teilte das Büro des vorläufigen Insolvenzverwalters am Montag auf Anfrage mit. Derzeit seien die Rechtsanwälte damit beschäftigt, sich einen Überblick über die Lage bei dem Autozulieferer mit Sitz in Schiltach (Kreis Rottweil) zu verschaffen. BBS war vor vier Jahren schon einmal in die Insolvenz gegangen. Die Gruppe beschäftigt rund 450 Menschen.
Erst am vergangenen Donnerstag hatte BBS angekündigt, den 150 Mitarbeiter grossen Standort Herbolzheim (Kreis Emmendingen) an den Schweizer Radhersteller Ronal zu verkaufen und sich aus dem Massenmarkt zurückzuziehen, der bislang 65 Prozent zum Umsatz beigetragen hatte. Noch drei Monate zuvor hatte Geschäftsführer Norbert Zumblick genau das Gegenteil angekündigt: Der Standort Herbolzheim sollte massiv vergrössert und das Massengeschäft mit günstigeren Rädern deutlich ausgeweitet werden. Beim Unternehmen war am Montag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Der Autozulieferer erlebt schon seit mehreren Jahren eine ständige Berg- und Talfahrt. Im Februar 2007 hatte BBS Insolvenz angemeldet, nachdem sich die Gruppe mit einem weltweiten Expansionskurs verhoben hatte. Von den 1200 Mitarbeitern blieben nur noch rund 400 übrig. 2008 sollte dann das Stammwerk in Schiltach komplett geschlossen werden - wenig später nahm die Geschäftsführung diese Pläne wieder zurück. Im Frühjahr 2010 wurden 150 Mitarbeiter entlassen - im Laufe des Sommers bekamen alle ihre alte Stelle zurück und die Geschäftsführung klagte über den Fachkräftemangel in der Region.
Im Spätsommer 2010 betonte Zumblick, man habe aus der Insolvenz 2007 gelernt und sich deshalb vom Massengeschäft endgültig verabschiedet. Wenige Wochen später kündigte das Unternehmen an, sich allmählich wieder in den Massenmarkt vorzutasten. In Verbindung mit dem Verkauf des Werks Herbolzheim am vergangenen Donnerstag betonte Zumblick dann wiederum, BBS werde sich nun ganz auf die Herstellung von Rädern für den Motorsport und auf hochwertige Räder für den Vertrieb über Reifenhändler spezialisieren.
Uwe Wallbrecher von der IG Metall sieht den erneuten Kurswechsel bei BBS skeptisch. Der Felgenhersteller sei nur in der Kombination aus Motorsport und allgemeinem Markt attraktiv, sagte er der "Neuen Rottweiler Zeitung". Eine bessere Werbefläche als den Motorsport gebe es für die Serienfertigung nicht. "Die gewachsenen Strukturen gehören zusammen, es wäre jammerschade, wenn das auseinandergepflückt wird."/mhe/DP/fn

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