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Presseschau vom 30.08.2002

Von einer "Berliner Redeflut" bis zu den "etwas kleinkarierten" Bernischen Lehrer und Lehrerinnen reichen die Themen.

Jede Zeitung eine anderes Thema: Die Schweizer Freitagsblätter kommentieren die unterschiedlichsten Dinge.

«Mag ja sein, dass die Nerven blank liegen», schreibt der Zürcher TAGES ANZEIGER. Möglicherweise könnten die deutschen Politiker gar nicht mehr anders, als den Rest an Gemeinsamkeiten zerreden.

Der deutsche Bundestag debattierte am Donnerstag über den zweiten Wiederaufbau Ost nach der Flut – und vor allem über dessen Finanzierung. Kernpunkt: Die Regierung verschiebt die geplante Steuersenkung. Den Einwand der Opposition, dadurch würden die zarten Pflänzchen der Konjunktur im Kein erstickt, bezeichnet der TAGI als «wahlkampftaktischen Sperrmüll».

«Wie solch ein kleinkariertes Gezänk um die Finanzierung der Hilfe wohl in der Bevölkerung ankommt? Fest steht nur soviel: Die Betroffenen in den Hochwassergebieten, den unzähligen Helfern, den Spendern – ihnen allen kann die deutsche Politik mit solchen Auftritten nicht das Wasser reichen.»

Novartis kauft Lek

«Der Schweizer Pharmariese Novartis stösst in der Osten vor», schreibt die BASLER ZEITUNG. Für 1,2 Milliarden Franken wollen die Basler den slowenischen Medikamenten-Hersteller Lek übernehmen. Die BaZ:

«Mit Lek avanciert Novartis in Europa mit einem Schlag vom sechsten auf den zweiten Platz und in Osteuropa zur Nummer eins. Noch ein weisser Fleck auf der Karte ist Japan. Das wird sich wohl bald ändern.»

Schweizer Lehrerinnen und Lehrer unzufrieden

Die Firmen finden zurück zu den Kerngeschäften, und das wollen auch die Lehrer und Lehrerinnen. Im Kanton Bern wollen sie wieder das tun, was die Schule eigentlich sollte, nämlich Unterrichten. Die Erziehungsaufgaben sollen wieder die Eltern übernehmen. Der Berner BUND findet das «etwas kleinkariert»:

«Immerhin sieht das Volksschulgesetz vor, dass die Volksschule die Familie in der Erziehung unterstützt. Immerhin eine Regel, die schon in der Kantonsverfassung steht.»

Auch die Luzerner Lehrerschaft ist unzufrieden. Auch sie ist immer grösseren Belastungen ausgesetzt. Die NEUE LUZERNER ZEITUNG:

«Lehrer haben eine Kernkompetenz, das Unterrichten. Je mehr darüber hinaus an sie delegiert wird – von Erziehungs- und Integrationsaufgaben bis zu organisatorischen Pilotprojekten – desto weniger finden sie sich in ihrem Beruf wieder.»

Der FCB in der Champions League

Die Fussballer vom FC Basel haben sich in den lukrativen europäischen Fussball gespielt. Die NEUE ZÜRCHER ZERIUNG fragt, ob diese elfte Ausgabe der Champions League wohl auch die letzte hochprofitable sei?

«Rund 1,15 Milliarden Franken kommen auch diese Saison nochmals an Einnahmen aus Fernseh- und Marketingrechten zusammen.»

Doch das Geschäft werde in Zukunft – weniger Spiele, weniger TV-Übertragungen, weniger Werbefläche – sehr viel harziger werden. Die Zwischenrunde fällt weg, um einer Übersättigung der Zuschauer entgegenzuwirken.

«Einer drohenden Verknappung der Einnahmen aus dem Europageschäft sehen die Eliteclubs mit einigem Unbehagen entgegen, bildeten doch diese bisher den wichtigsten Ertragspfeiler in der Jahresrechnung.»

Diese Probleme hat der FC Basel vorderhand noch nicht. Er wird erstmals Geld aus der Champions League erhalten. Dieser «Kick für die ganze Schweiz», wie sich der BLICK ausdrückt, soll Millionen in die FCB-Kasse spülen. Im BLICK lässt sich auch Günter Netzer zitieren:

«Der FCB ist nur Lehrling, aber er kann jeden schlagen.»

Urs Maurer

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