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Bosnier und Albaner dürfen ohne Visum in die EU einreisen

(Keystone-SDA) Sarajevo – Seit Mittwoch können Albaner und Bosnier ohne Visa in die Schweiz und die anderen Länder des Schengen-Raumes einreisen. Hunderte Bosnier bestiegen in Sarajewo Busse in Richtung Westeuropa. Die albanische Regierung organisierte Sonderflüge nach Brüssel und Rom.
Der albanische Ministerpräsident Sali Berisha bezeichnete die Visa-Freiheit als «die zweite grosse Errungenschaft nach dem Fall des Kommunismus». Bürgern seines Landes sei es nun möglich, sich «frei und in voller Würde» in Europa zu bewegen.
Centrotrans, das grösste Busunternehmen Bosniens, verkaufte Tickets zum halben Preis für Fahrten in mehrere westeuropäische Städte. Die meisten der vier Millionen Einwohner haben Verwandte im Ausland – etwa 1.2 Millionen Bosnier verliessen während des Krieges Anfang der 90er-Jahre das Land.
Bürger Albaniens und Bosniens, die künftig ohne Visum in den Schengen-Raum einreisen wollen, müssen an den Grenzen einen biometrischen Pass vorzeigen. Die Reisefreiheit ist auf drei Monate begrenzt. Eine Arbeitserlaubnis ist damit nicht verbunden. Auch ein Anspruch auf Asyl entsteht dadurch nicht.
Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union hatten die Befreiung von der Visumspflicht für Albanien und Bosnien-Herzegowina im November verabschiedet. Die Schweiz übernimmt Schengen-Weiterentwicklungen.
Vor dem Aufheben der Visa-Pflicht mussten beide Staaten Verwaltungsreformen einleiten. Tirana musste Fortschritte bei der Wiedereingliederung von Flüchtlingen nachweisen und Sarajewo den Kampf gegen die organisierte Kriminalität verschärfen.

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