Britischer Premier entschuldigt sich für Entwurzelung von Kindern
(Keystone-SDA) London – Der britische Premierminister Gordon Brown hat sich dafür entschuldigt, dass sein Land bis in die 1960er Jahre zehntausende Kinder zum Teil ohne Einverständnis ihrer Eltern in frühere Kolonien geschickt hat.
Er müsse sich für diese «fehlgeleitete» Politik entschuldigen, sagte Brown dem Fernsehsender GMTV. Durch die Zwangsentwurzelung und den Transport in Länder wie Australien oder Kanada sei das Leben vieler Betroffener «runiniert» worden, sie hätten oftmals lebenslange psychische Schäden davongetragen.
Im vergangenen Jahrhundert waren insgesamt 150’000 Kinder aus armen britischen Familien zwischen drei und 14 Jahren teils ohne das Wissen oder das Einverständnis ihrer Eltern in Commonwealth-Länder wie Australien gebracht worden – angeblich um ihnen dort ein besseres Leben zu ermöglichen.
Viele landeten jedoch in staatlichen und kirchlichen Heimen, wo die Kinder und Jugendlichen dann oft seelisch und körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht wurden.
Im November hatte sich bereits der australische Regierungschef Kevin Rudd für die jahrzehntelange Misshandlung und Vernachlässigung von einer halben Million Kindern in australischen Heimen entschuldigt.
Laut einer Studie des australischen Senats aus dem Jahr 2004 mussten viele der sogenannten «vergessenen Australier», darunter auch zahlreiche junge Briten, in den Heimen Zwangsarbeit, Vernachlässigung und Erniedrigungen erdulden.