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Bruno Manser auf Borneo verschollen

Bruno Manser kämpft seit Jahren gegen die Abholzung der Regenwälder. Keystone / Doris Kraettli

Der Schweizer Umweltaktivist Bruno Manser ist auf Borneo verschollen. Seit einem halben Jahr gibt es nach Angaben seiner Angehörigen kein Lebenszeichen des 46-Jährigen mehr.

Dieser Inhalt wurde am 19. November 2000 - 15:50 publiziert

"Wir sind seit rund einem Monat mit dem Bruno-Manser-Fonds und den Angehörigen in Kontakt", sagte Daniela Stoffel-Fatzer vom Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag (19.11.) auf Anfrage. Sie bestätigte damit einen Bericht der "SonntagsZeitung".

Die Schweizer Botschaft in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur sei avisiert worden, sagte Stoffel weiter. Es sei aber eine heikle Situation. Man könne nicht einfach die örtlichen Behörden einschalten.

Manser setzt sich für den Schutz der Urwälder und das Überleben indigener Völker ein. In den 80er Jahren lebte Manser während sechs Jahren mit den Ureinwohnern, den Penan, auf Borneo zusammen. Manser machte eindringlich darauf aufmerksam, dass bereits ein Grossteil des Regenwaldes von Sarawak durch internationale Holzfirmen vernichtet worden sei.

Damit würde die Lebensgrundlage der Penan, die von der Wildschwein- und Hirschjagd, der Fischerei und dem Gewinnen von Mehl aus dem Mark der Sagopalme leben, zerstört.

Aus diesem Grund wurde er in Malaysia zum Staatsfeind erklärt. Auch vielen Holzfirmen ist er ein Dorn im Auge, da sich Manser seit Jahren für eine Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte einsetzt.

Mansers letztes Lebenszeichen ist dem Zeitungsbericht zufolge ein ungestempelter Brief aus Sarawak an seine Freundin in der Schweiz vom 23. Mai 2000. Darin steht, er werde sich im Schutz der Dunkelheit auf Holzfällerstrassen ins Gebiet der Penan-Waldnomaden durchschlagen.

In der Schweiz hatte Manser zuletzt im Juli 1999 für Schlagzeilen gesorgt. Damals war ihm ein Rucksack mit 150 tödlich wirkenden Giftpfeilen aus Borneo abhanden gekommen. Manser musste dafür eine Busse von 800 Franken wegen Übertretung des Giftgesetzes bezahlen.

swissinfo und Agenturen

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