Britische Geisel in Mali offenbar ermordet
In Mali ist offenbar ein britischer Tourist, der vom Terrornetzwerk Al-Kaida im Maghreb entführt worden war, von seinen Geiselnehmern ermordet worden. Ein Schweizer bleibt in der Gewalt der Gruppe.
Dies geht aus einer Mitteilung der Gruppe hervor, die vom US-Unternehmen SITE weiterverbreitet wurde. SITE ist auf die Überwachung radikal-islamischer Websites spezialisiert.
Der britische Premierminister Gordon Brown verurteilte die mutmassliche Ermordung scharf und sprach von einem «barbarischen Terrorakt».
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verurteilte die wahrscheinliche Tötung «auf das Schärfste». Es werde sich weiterhin mit allen Kräften für die sofortige Freilassung der zweiten Geisel, eines Schweizers, einsetzen.
Über dessen Schicksal wurde zunächst nichts bekannt. Die beiden Touristen waren zusammen mit der Ehefrau des Schweizers, einer Deutschen und dem afrikanischen Fahrer der Gruppe Ende Januar im Grenzgebiet zwischen Mali und dem Niger verschleppt worden. Die beiden Frauen und der Fahrer kamen am 22. April frei.
Seit der Geiselnahme haben die Entführer mehrmals neue Forderungen gestellt: Zunächst verlangten sie die Freilassung von in Mali festgehaltenen Komplizen, später die Freilassung eines islamistischen Jordaniers, der in Grossbritannien in Haft sitzt.
Für den Fall, dass der Mann nicht freigelassen werden sollte, drohten die Entführer damit, den Briten zu töten. Das Ultimatum lief Ende Mai ab. Die Gruppe im Maghreb ist der nordafrikanische Arm der Terrororganisation Al-Kaida.
swissinfo.ch und Agenturen
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