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Korea: Familien- Zusammenführung unter den Augen von Schweizer Offizieren

Wiedersehen nach Jahrzehnten der Trennung: Familienzusammenführung in Korea. Keystone

Seit 47 Jahren ist auch die Schweiz präsent an der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea und bietet dort ihre Guten Dienste an. Die jüngsten Familien-Zusammenführungen sind Anzeichen dafür, dass sich die beiden Koreas langsam wieder näher kommen.

Seit dem ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen der beiden Präsidenten Mitte Juni scheint sich die Stimmung zwischen den feindlichen Nachbarn zu bessern: Zum ersten Mal seit über einem halben Jahrhundert konnten je 100 Nord- und Südkoreaner legal ihre Verwandten im jeweils anderen Korea besuchen.

Und zu Wochenbeginn ist in der demilitarisierten Zone am 38. Breitengrad, wo auch fünf Schweizer Offiziere im Rahmen der «Neutral Nations Supervisory Commission» im Einsatz stehen, ein Verbindungsbüro zwischen den beiden Koreas eingerichtet worden.

Die stark verminte Grenze ist aber noch immer undurchlässig. «Die Familien, die nun ihre jeweiligen Verwandten besuchen, sind heute über uns geflogen – Grenzübertritte sind nicht möglich, einen Checkpoint gibt es nicht», erklärt der Delegationsleiter der Schweizer Mission Adrien Evéquoz gegenüber swissinfo.

Dies könnte sich vielleicht künftig ändern. Geplant sind nämlich weitere Familienzusammenführungen und eine durchgehende Bahnlinie. «Wir von der Neutralen Überwachungskommission könnten hier behilflich sein, wenn es darum geht, die Grenzmodalitäten und Kontrollmechanismen auszuarbeiten», meint Evéquoz.

Doch dies sind alles noch Spekulationen. Vorderhand sind den Schweizern und ihren Kollegen aus Schweden und Polen die Hände gebunden. «Wir haben keine direkte Rolle. Wir sind hier, weil dies das Waffenstillstandsabkommen vom 27. Juli 1953 so vorsieht», schränkt Delegationsleiter Evéquoz ein.

Dazu kommt, dass sich seit dem ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen die direkten Kontakte zwischen Nord- und Südkoreaner verstärkt hätten. «Es haben sich viele Leute der zuständigen Ministerien hier an der Grenze in Panmunjom in ‚unseren‘ Baracken getroffen.»

Die Neutrale Überwachungskommission und mit ihr die Schweizer Soldaten sind aber jederzeit bereit, neue Aufgaben zu übernehmen, die beiden Parteien genehm sind. Adrien Evéquoz: «Ich denke hier an alle Arten vertrauensbildender Massnahmen wie Entminungsprogramme, Kontrollmechanismen rund um die Abrüstung und weitere Goodwillaktionen.»

Ruth Bossart

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