Massive Drohungen gegen Widmer-Schlumpf
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat ihren Auftritt am traditionsreichen Zürcher Frühlingsfest Sechseläuten vom 14. April abgesagt: Sie fürchtet um ihre Sicherheit, denn im Vorfeld gingen massive Drohungen ein.
Die Bundesrätin hätte am Zürcher Sechseläuten als Ehrengast bei der Zunft Fluntern mitmarschieren sollen.
Seit das Schweizer Fernsehen am 6. März 2008 den Dokumentarfilm über die Umstände ihrer Wahl ausgestrahlt habe, seien bei der Zunft massive Drohungen eingegangen, sagt Zunftmeister Felix Müller der «Neuen Zürcher Zeitung».
In dem Dokumentarfilm wird Widmer-Schlumpf unterstellt, an der Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher im Dezember 2007 mitbeteiligt gewesen zu sein.
Die Bundesrätin habe in Absprache mit der Bundespolizei entschieden, aus Sicherheitsgründen auf eine Teilnahme am Sechseläuten zu verzichten.
«Tiefste Rachegefühle»
Der Zürcher Professor für Politische Philosophie an der Universität Zürich, Georg Kohler, wertete die Drohungen als Symptom der allgemein härter werdenden politischen Auseinandersetzung. Blochers Abwahl sei von dessen Anhängern als eigentlicher «Königsmord» empfunden worden. Dies habe «tiefste Rachegefühle» geweckt.
Bundesrätin Eveline Widmer Schlumpf hatte bereits drei Tage nach ihrer überraschenden Wahl in den Bundesrat auf Kosten ihres Vorgängers und Parteikollegen der Schweizerischen Volkspartei (SVP) Christoph Blocher eine Morddrohung erhalten.
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