Schweizer in Libyen: «Vorwürfe nicht konstruiert»
Die Vorwürfe gegen die beiden Schweizer, die in Tripolis seit mehr als einem Jahr festgehalten werden, seien nicht konstruiert. Das sagte der libysche Vizeaussenminister Khaled Kaim in einem Interview mit der NZZ am Sonntag.
Was Libyen den beiden Schweizern genau vorwirft, wisse er nicht im Detail. Dass die Schweiz mit einer Freilassung ihrer Landsleute bis Ende August rechnete, beruhe möglicherweise auf einem Missverständnis, sagte Kaim.
«Unser Premier versprach damals, dass man im Fall der beiden Schweizer noch im Laufe des Augusts etwas unternehmen werde». Dieses Versprechen sei eingehalten worden. Der Generalstaatsanwalt habe die beiden vor dem Monatsende getroffen.
Die libysche Regierung könne den Generalstaatsanwalt aber nicht antreiben. Er, Kaim, wünsche sich aber, dass die Entscheidung bald komme «und zugunsten der beiden Schweizer ausfällt».
Er hoffe, dass die beiden Schweizer bald ausreisen und ihre Familien sehen könnten. Im Interesse der beiden wolle er aber nicht spekulieren und ein Datum nennen.
Kaim machte klar, dass es einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte, «die Beziehungen voll zu normalisieren, aus technischen, nicht aus politischen Gründen».
Diese Angaben von Kaim wurden vom Departement von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz auf Anfrage nicht kommentiert. Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hatte am 28. August erklärt, Merz habe vom libyschen Premierminister die schriftliche Zusage, dass die beiden Geschäftsleute Libyen vor Ende Monat verlassen könnten.
swissinfo.ch und Agenturen
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