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Zürich (awp/sda) - Reinigungsfachkräfte, die einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstellt sind, erhalten ab 2012 in der Deutschschweiz jährlich bis zu 2,5% mehr Lohn und den vollen 13. Monatslohn. Gleichzeitig leidet die Branche gemäss einem Verband unter dem hohen Preiskampf.
Der GAV gilt bis 2015. Er sei ein "Meilenstein" für die gesamte Branche, sagte Benno Locher, Leiter Geschäftsstelle Paritätische Kommission der Reinigungsbranche in der Deutschschweiz (PK Reinigung), am Montag an einer Medienkonferenz in Zürich.
Die Medaille hat aber eine Kehrseite: Die Angestellten müssten in immer weniger Zeit immer mehr Arbeit leisten. "Billigaufträge sind Alltag", sagte Locher. Der Preiskampf führe zu bedenklichen Einbussen hinsichtlich der Sauberkeit von Gebäuden, sagte Jasmine Jost, Zentralpräsidentin von Allpura, dem Verband Schweizer Reinigungsunternehmen.
"Das schlechte Image der Branche leidet dadurch noch mehr. Wir brauchen die nötige Wertschätzung für die Arbeit und Respekt für die Menschen, die sie ausführen." Sauberkeit und Hygiene verlören laufend an Wert, und das sei bedenklich für die Schweiz, die ein sauberes Image habe.
Weil die Aufträge an die günstigste Offerte gingen, seien die Firmen teilweise gezwungen, beim Preisdumping mitzumachen, sagte Rita Schiavi, Geschäftsleitungsmitglied der Gewerkschaft Unia. "In dieser Situation gibt es keine Gewinner. Die Zitrone ist ausgepresst."
In der Pflicht stünden Auftraggeber. Diese ermöglichten mit einer fairen Bezahlung angemessene Arbeitsbedingungen. "Sie sollen für die erbrachten Leistungen einen anständigen Lohn zahlen, mit dem man würdig leben kann", sagte Schiavi.
Für eine Kehrtwende der Situation könnte etwa die öffentliche Hand sorgen. Sie solle mit gutem Beispiel voran gehen und faire Preise zahlen, sagte Schiavi. Es sei nämlich unsinnig, das tiefste Angebot zu wählen und diesen Angestellten dann Fürsorgegelder zu zahlen.
Um Firmen und Privatkunden zu sensibilisieren und das Image der Branche zu verbessern, lancieren die Branchenverbände die Kampagne "saubere Sache - fairer Preis". Unternehmen können sich mit einem Label auszeichnen lassen, wenn sie gewisse Bedingungen erfüllen. Wie diese im Detail aussehen, ist gemäss Schiavi noch offen.
In der Deutschschweiz unterstehen 50'000 Personen einem GAV. Sie arbeiten in 650 Unternehmen. Insgesamt gibt es etwa 1800 Reinigungsfirmen. Gemäss Benno Locher verschwinden viele Firmen innert 12 Monaten nach der Gründung wieder. "Die Fluktuation in der Branche ist enorm."
In der Westschweiz gibt es einen allgemein-verbindlichen GAV. Dieser beinhalte ähnliche Konditionen wie sein Schweizer Pendant, sagte Locher. Im Tessin gibt es für das Reinigungspersonal keinen GAV.
Wie Jasmine Jost von Allpura sagte, belaufen sich die Gewinnmargen in der Branche auf zwei bis maximal drei Prozent. Die meisten Reinigungsfachkräfte arbeiten Teilzeit (80%). Es sei nicht atypisch, dass eine Angestellte drei Arbeitgeber habe und dennoch kaum mehr als 2'400 CHF monatlich verdiene, sagte Schiavi.
Putzen könne zwar jeder. Reinigen aber wolle gelernt sein, ergänzte Adrian Dunkel, Gebäudereinigungslernender im dritten Lehrjahr. Eine weibliche Lernende ergänzte, dass die Lehre als Reinigungsfachfrau für sie am Anfang eine Notlösung gewesen sei. "Am Anfang habe ich mich geschämt." Mittlerweile sei sie stolz auf ihren Beruf.
mk

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