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Bern (awp/sda) - Die Schweiz erhält am Mittwoch und Donnerstag hohen Besuch aus Deutschland. Nach gut zwei Monaten im Amt unternimmt der deutsche Bundespräsident Christian Wulff seinen ersten Staatsbesuch und reist gemeinsam mit seiner Frau Bettina in die Schweiz.
Dass der erste Staatsbesuch des neuen deutschen Staatsoberhaupts ausgerechnet in die Schweiz führt, hat nicht in erster Linie mit dem Stellenwert zu tun, den die Eidgenossenschaft in Deutschland einnimmt. Vielmehr war der Besuch bereits mit Wulffs Vorgänger Horst Köhler vereinbart gewesen - und Wulff übernahm den Termin.
In einem Sonderzug fahren die Gäste aus Deutschland am Mittwoch mit Bundespräsidentin Doris Leuthard nach Bern, wo Wulff mit militärischen Ehren empfangen wird. Anschliessend stehen ein gemeinsames Gespräch und ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern auf dem Programm, wie der Internetseite des deutschen Staatsoberhaupts zu entnehmen ist.
Am zweiten Tag führt die Reise zunächst nach Lausanne, wo Wulff die Eidg. Technische Hochschule (EPFL) besuchen wird. In der Universität Zürich nimmt er später an einer Podiumsdiskussion teil.
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz. In den Grenzregionen des Oberrheins und des Bodensees gehört eine intensive Zusammenarbeit zum Alltag, und die über 250'000 Deutschen in der Schweiz sind hinter den Italienern mittlerweile zur zweitgrössten Ausländergruppe angewachsen.
Entsprechend pflegt die Schweiz die bilateralen Beziehungen auf Regierungsebene: In ihrem Präsidialjahr hat sich Leuthard bereits zweimal mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Zudem hatte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey im Dezember ihren Amtskollegen Guido Westerwelle zu Arbeitsgesprächen empfangen.
Dass nun auch der Bundespräsident nach Bern kommt, freut die Schweiz: "Wir deuten das als ein positives Zeichen des Interesses und der Absicht, an höchster deutscher Stelle die Beziehungen mit der Schweiz zu pflegen", sagte der Schweizer Botschafter in Berlin, Tim Guldimann, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
"Die politische Atmosphäre zwischen beiden Ländern hat sich stark verbessert. Das bedeutet nicht, dass dadurch die Probleme gelöst wären. Sie sind weiterhin da", schränkte er aber auch gleich ein.
Im Zentrum der Gespräche standen in letzter Zeit jeweils zwei Dossiers: Der Fluglärmstreit und die Verhandlungen über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) beider Länder. Dies dürfte auch beim anstehenden Besuch nicht anders sein.
rt

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