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CH/ETH-Forscher finden neuen Ansatz gegen Eisenmangel

Dieser Inhalt wurde am 03. Mai 2010 - 13:30 publiziert

Zürich (awp/sda) - Weltweit leiden rund zwei Milliarden Menschen an den Folgen von Eisenmangel. Forscher der ETH Zürich haben nun eine Methode entwickelt, mit der das Problem auf einfache Weise behoben werden könnte.
Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, werden schon seit Jahrzehnten Grundnahrungsmittel mit lebenswichtigen Spurenelementen angereichert. In der Schweiz etwa enthalte das Salz seit 1922 Iod, berichtete "ETH Life", die Online-Zeitung der ETH Zürich, am Montag. Früher häufige Schilddrüsenkrankheiten sind so praktisch verschwunden.
Beim Eisen ist die Anreicherung jedoch schwieriger: Elementares Eisen ist nämlich nicht wasserlöslich und wird im Darm schlecht aufgenommen. Eisensulfat dagegen, das vom Körper gut aufgenommen wird, verändert die Farbe und den Geschmack der Nahrung. Das akzeptieren die Konsumenten nicht.
Ein Team um Florentine Hilty, Ernährungswissenschaftlerin an der ETH Zürich, hat nun eine mögliche Lösung für das Problem gefunden: Die Forscher mischten Eisen mit Zink und Magnesium, lösten das Gemisch in einer brennbaren Flüssigkeit auf und erhitzten es. Dabei bilden sich Teilchen, die nur wenige Nanometer gross sind.
Wie die Forscher im Fachmagazin "Nature Nanotechnology" berichten, zeigten Versuche an Ratten, dass der Darm das Eisen in dieser Form viel besser aufnimmt als in der elementaren Form. Zu Testzwecken eingesetzte Bananen- und Schokolademilch änderte zudem ihre Farbe nicht. Schon nach 13 Tagen hatten die Ratten deutlich bessere Blutwerte.
Bis zur Marktreife sind laut der Forscherin aber noch viele Tests nötig. Zurzeit wird an der ETH untersucht, ob die neue Verbindung auch in Grundnahrungsmitteln wie Reis oder Mehl die gewünschte Wirkung entfaltet. Zudem muss genau abgeklärt werden, ob das Gemisch garantiert gesundheitlich unbedenklich ist.
Von Eisenmangel sind vor allem Frauen betroffen, weil sie während der Menstruation viel Blut - und damit Eisen - verlieren. In Entwicklungsländern wird das Problem oft durch einseitige Ernährung und Nahrungsmangel verursacht. Die Folgen sind unter anderem Müdigkeit, Blutarmut und Entwicklungsstörungen.
mk

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