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CH/IV-Chef bekräftigt Vorwürfe gegen Hörgeräte-Branche

Dieser Inhalt wurde am 09. Dezember 2009 - 18:30 publiziert

Bern (awp/sda) - Der abtretende IV-Chef Alard Du Bois-Reymond bekräftigt seine Kritik an der Hörgeräte-Branche. Diese mache "ungerechtfertigte Gewinne zu Lasten der IV und der Behinderten". Das sei inakzeptabel. Beispiele anderer Ländern zeigten, wie mittels Ausschreibung echter Markt erzeugt werde.
Im Rahmen einer Sessionsveranstaltung informierte die neue parlamentarische Gruppe "für Menschen mit Hörbehinderung" am Mittwoch in Bern über die 6. IV-Revision und deren Folgen für Hörbehinderte. Im Zentrum standen die Hörgerätepreise, die auch von der Hörberhinderten-Organisation pro audito schweiz als überrissen beurteilt werden.
Trotz laufend sinkender Produktionskosten in China oder etwa in Polen stiegen die Durchschnittspreise in der Schweiz an, heisst es in einer Mitteilung der parlamentarischen Gruppe, welche vom Berner SVP-Nationalrat Rudolf Joder präsidiert wird. Der Hörgerätemarkt steht auch bei der Wettbewerbskommission (Weko) unter Beobachtung.
Seitens des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) legten IV-Direktor Du Bois-Reymond und Hörgeräte-Spezialist Gregor Sprenger dar, wie wichtig die Beschaffung von Hörgeräten mittels Ausschreibung sei, heisst es in der Mitteilung weiter.
Die heutigen Instrumente wie Tarifvertrag, Höchstbeitrag und Pauschale setzten bei den IV-Leistungen an. Damit könnten - im Gegensatz zur Ausschreibung - keine Preise gesenkt und kein Wettbewerb erzeugt werden.
Die Hörgerätebranche weist den Vorwurf überzogener Preise zurück. Es handle sich um "polemische und sachlich nicht haltbare Behauptungen", heisst es in einer Mitteilung von hörenschweiz.
Der staatliche Einkauf und Vertrieb von Hörgeräten führe nicht zu Wettbewerb, "sondern zu einer Staatsversorgung mit veralteten Geräten". Bei einem Preisvergleich mit Ländern mit ähnlichem Versorgungsniveau schneide die Schweiz sogar besser ab, insbesondere bei den teuren Geräten der neusten Generation.
Das eigentliche Problem seien laut der Eidgenössischen Finanzkontrolle nicht die Kosten pro Fall (+4% 1995-2005), sondern die Zunahme der Fälle (+75% 1995-2005).
rt

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