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CH/Swissgrid sieht sich im Strommarkt auf Kurs - Netzübernahme bis Ende 2012

Dieser Inhalt wurde am 19. Mai 2010 - 13:05 publiziert

Zürich (awp) - Die nationale Netzgesellschaft Swissgrid zieht ein positives Fazit zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Sie ist seit Anfang 2009 für den Betrieb des Schweizer Übertragungsnetzes im geöffneten Strommarkt verantwortlich. Die nächsten Herausforderungen sind die Übernahme des Übertragungsnetzes von den Stromkonzernen per Ende 2012 und der Ausbau der Infrastuktur. Zudem fordert die Gesellschaft mehr Rechtssicherheit.
Die Swissgrid arbeitet nicht gewinnorientiert und agiert in einem regulierten Umfeld. So fielen 99% der 2009 erbrachten Leistungen von 1'150,6 Mio CHF in Geschäftsfeldern an, die durch das Stromversorgungsgesetz (StromVG) vorgegeben sind. Der EBIT betrug 8,9 Mio CHF, davon entfielen 8,2 Mio CHF auf die regulierten Bereiche. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 5,3 Mio CHF, wie Swissgrid am Mittwoch mitteilte. Vorjahreszahlen liegen keine vor.
"Wir haben das erste Betriebsjahr erfolgreich abgewickelt", sagte Verwaltungsratspräsident Peter Grüschow vor den Medien. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Betrieb der so genannten Regelzone Schweiz günstiger ausgefallen sei als im alten Modell. Zuvor waren die Überlandwerke zuständig. Dass der Strompreise für die Endverbraucher steige, liege nicht an der neuen Netzgesellschaft. Vielmehr sei Strom ein knappes Gut.
Das Verfahren bei Systemdienstleistungen wird von den Energieunternehmen teils kritisch gesehen. Swissgrid kauft diese Leistungen zur Ausbalancierung des Netzes von Stromproduzenten ein, im Jahr 2009 lag der Aufwand bei rund 600 Mio CHF. An diesen Kosten mussten sich Kraftwerke mit einer Leistungen von mehr als 50 MW mit rund 370 Mio CHF beteiligen. Der Rest wird durch die Endkunden über den Tarif für Systemdienstleistungen abgegolten.
Unter dem Strich agiere Swissgrid bei Systemdienstleistungen somit kostenneutral, hiess es. Allerdings ist die Gesellschaft daran, die Kosten dafür zu senken. Eine Task Force habe zahlreiche Sparmassnahmen eingeführt. So hat sich unter anderem die Anbieterbasis über Ausschreibungen verbreitert. In einem Fall musste sich Swissgrid allerdings auch 8 MW über eine Zwangsverpflichtung beschaffen, weil kein Angebot vorlag.
Unsicherheiten sieht das Management im regulatorischen Umfeld, zudem fehlen Erfahrungswerte. So kam es teils zu deutlichen Unterschieden zwischen den effektiven Aufwendungen sowie Erträgen für 2009 und der Tarifkalkulation. Die Differenzen fliessen - wie gesetzlich vorgegeben - in die Kalkulation für die nachfolgenden Geschäftsjahre ein. Im Jahr 2009 gab es eine Überdeckung von 55,6 Mio CHF, die sich auf die Folgeperioden tarifsenkend auswirkt.
Bis spätestens Ende 2012 übernimmt Swissgrid das schweizerische Übertragungsnetz, welches derzeit noch den grossen Energiekonzernen gehört. Die Verhandlungen über die Bewertung der Assets laufen, im Raum steht eine Summe von knapp 2 Mrd CHF, die über Swissgrid-Aktien abgegolten werden soll. Meinungsverschiedenheiten mit den Versorgern müssten geklärt werden, zur Not auch mit Hilfe der ElCom als Regulierungsbehörde, hiess es.
Die Erneuerung und den Ausbau des Höchstspannungsnetzes sieht CEO Pierre-Alain Graf als dringend nötig. Im jetzigen Zustand könne man noch zwei bis drei Jahre ohne Investitionen auskommen, allerdings bei bereits reduzierten Transportkapazitäten, sagte er. "Das bestehende Übertragungsnetz ist im Schnitt mehr als 40 Jahre alt und der Strombedarf steigt von Jahr zu Jahr kontinuierlich an." Auch sei die Schweiz ein wichtiges Transitland. Die Kosten dafür beziffert Swissgrid in den nächsten zehn Jahren auf rund 6 Mrd CHF.
Die Aktionäre der Swissgrid sind die Elektrizitätsunternehmen Alpiq und Alpiq Suisse mit zusammen 33%, Axpo (24%), EWZ (13%), BKW (11%), EGL (12%), CKW (5%) sowie Repower (2%).
cc/rt

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