China und Kanada rücken enger zusammen
Nach Jahren der Eiszeit suchen China und Kanada eine Neujustierung ihrer Beziehungen inmitten wachsender Spannungen mit den USA.
(Keystone-SDA) Kanada sei bereit, gemeinsam mit China eine starke und nachhaltige neue strategische Partnerschaft aufzubauen, um den Menschen beider Länder mehr Wohlstand zu bringen, sagte Kanadas Ministerpräsident Mark Carney laut Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua bei einem Treffen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking. Ziel sei es, die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Handel, Energie, Landwirtschaft, Finanzen, Bildung und Klimawandel auszubauen und zu vertiefen.
Neustart der Zusammenarbeit
Xi erklärte demnach, beide Politiker hätten sich bereits im Oktober vergangenen Jahres am Rande des APEC-Gipfels im südkoreanischen Gyeongju getroffen und damit eine neue Phase der Stabilisierung und Verbesserung der Beziehungen eingeleitet. Seitdem hätten beide Seiten intensiv über die Wiederaufnahme und den Neustart der Zusammenarbeit beraten. Eine gesunde und stabile Entwicklung der Beziehungen entspreche den gemeinsamen Interessen beider Länder.
Carneys Besuch ist der erste eines kanadischen Regierungschefs in China seit acht Jahren. Die Beziehungen waren zuvor von Spannungen geprägt. Eine tiefe Krise löste 2018 die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada auf Betreiben der USA aus. Peking reagierte damals mit der Inhaftierung zweier Kanadier.
Trump übt Druck aus
Seit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump ist Kanada unter Druck aus den USA geraten. Der US-Präsident hat nicht nur China, sondern auch den Nachbarn Kanada in Handelskonflikte verwickelt. Beobachter werten dies als einen Hintergrund für die Annäherung zwischen Peking und Ottawa.
«In einer zunehmend gespaltenen und unsicheren Welt konzentrieren wir uns darauf, diese Beziehung zu erneuern und auf eine stärkere gemeinsame Zukunft hinzuarbeiten», schrieb Carney nach seiner Ankunft in China am Donnerstag auf der Plattform X.